Lösung für Pflegerinnen: „Sie war dann zwölf Wochen hier“

Bei den 24-Stunden-Betreuerinnen gibt es dank der Erleichterungen an den Grenzen Entspannung.

24-Stunden-Betreuerinnen versorgen in Tirol rund 1800 Personen. Wegen der Pandemie mussten sie lange auf ihre Ablöse warten.
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Von Wolfgang Sablatnig

Innsbruck – Der Innsbrucker Pensionist ist erleichtert. Seine 24-Stunden-Betreuerin aus der Slowakei kann voraussichtlich am Montag nach Hause fahren. Gleichzeitig soll ihre Ablöse ankommen. „Sie war dann zwölf Wochen hier“, berichtet er.

Rund 1800 Personen sind in Tirol auf Betreuung rund um die Uhr angewiesen. Die Pflegerinnen kommen fast durchwegs aus Osteuropa. Meist wechseln sie in einem Turnus von zwei bis vier Wochen. Nach dem europaweiten Corona-Lockdown läuft dieser Austausch nun wieder an. Dennoch bleiben Fragen offen, vor allem im Zusammenhang mit den notwendigen Tests für die Frauen.

Der Pensionist wird seiner slowakischen Pflegerin einen Corona-Test bezahlen. Sie sollte damit bei der Rückreise keine Probleme haben, hofft er. Einen Test für die Ablöse hat er noch nicht geplant.

Ein TT-Leser aus Osttirol erwartet bereits diese Woche die Ablöse für die kroatische Pflegerin seiner Mutter. Ein Test nach Ankunft ist vorgesehen. Wer dafür bezahlt? „Das weiß ich noch nicht.“

Angebot des Landes wird angenommen

Dabei gibt es für Tests auch ein Angebot des Landes. Wer ins Land kommt, kann sich im früheren Stift Fiecht in Vomp testen lassen. Mit einigen Tagen Abstand ist ein zweiter Test am Arbeitsort möglich. Dieses Angebot wird auch angenommen. Bis gestern waren es rund 120 Betreuerinnen, vornehmlich aus Bulgarien und Rumänien.

Sie können jetzt wieder mit Kleinbussen in ihre Heimat und zurück fahren. Die extra für Pflegerinnen geschaffene Zugverbindung zwischen Rumänien und Österreich mit Teststation in einem Hotel am Flughafen Wien-Schwechat war für Vermittlungsagenturen und Familien in Tirol kaum ein Thema. „Zu teuer“, hieß es. Insgesamt kamen mit sechs Korridorzügen 1600 Betreuerinnen nach Österreich. Weitere Züge sind nicht geplant.

Jene Betreuerinnen, die wegen Corona ihren Aufenthalt oft um Wochen verlängern mussten, bekommen außerdem 500 Euro Bonus vom Land. 750 Anträge seien eingetroffen, berichtet der Sprecher von Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP). Bisher 100 Personen haben das Geld auch bekommen.


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