Warnung vor Italien-Reisen zu Pfingsten: Bei Rückkehr drohen Probleme

Ein Gardasee-Trip zu Pfingsten klingt für viele Tiroler verlockend, kann laut AK Tirol aber massive Folgen haben. Um eine Grenzöffnung gehen unterdessen die Wogen hoch.

Der Gardasee lockte gerade auch zu Pfingsten stets Tausende Tirolerinnen und Tiroler an.
© istock

Von Alois Vahrner

Innsbruck – Gerade das Pfingstwochenende lockte alljährlich Tausende von Tirolern vor allem an den Gardasee oder bereits ans Meer. Aktuell gibt es aber wegen der Corona-Pandemie weiterhin eine Reisewarnung des Außenministeriums für das besonders stark betroffene Italien. Wer trotzdem nach Italien reist, dem drohen bei der Rückkehr große Probleme, warnt der Leiter der Arbeitsrecht-Abteilung der Arbeiterkammer Tirol, Thomas Radner, gegenüber der TT, derzeit vor Reisen nach Bella Italia.

Rückkehrer brauchen laut Radner einen maximal vier Tage alten negativen Corona-Test oder müssen für zwei Wochen in Heimquarantäne. Für Radner drohen, zumal die Reisewarnung bekannt ist, auch Probleme in der Firma. Wer kein Attest habe und dann zwei Wochen ausfalle, für den bestehe in diesen beiden Wochen auch kein Anspruch auf eine Entgeltfortzahlung.

Was ist, wenn die Firma zu noch weit drastischeren Maßnahmen wie einer Entlassung greifen würde? Das sei noch nicht ausjudiziert, dieser radikale Schritt des Arbeitgebers würde aber trotz der Verfehlung des Mitarbeiters nach Ansicht von Radner nicht halten.

Und wenn sich der Betroffene mit Covid infiziert und dann möglicherweise weitere Mitarbeiter ansteckt und die Firma so schwächt, wäre dann etwa auch Schadenersatz fällig? Auch das sei bisher noch nicht klar ausjudiziert. Es sei aber jedenfalls auch nicht so leicht nachzuweisen, wann und wo man sich tatsächlich mit dem Virus infiziert habe. An eine Geltendmachung von Schadenersatz glaubt Radner nicht.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaper

Diskussionen um Grenzöffnung

Unterdessen gehen die Diskussionen über geschlossene bzw. möglicherweise doch öffnende Grenzen zu Italien weiter. Laut Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) müssten alle Grenzöffnungen „auf Fakten und Daten basiert“ sein. Man müsse sich die Pandemieentwicklung „ganz genau“ ansehen. „Es braucht Geduld.“ Die Grenzöffnungen seien ein „laufender Prozess, der sich bis Juni, Juli, August ziehen wird“. „Am 15. Juni sollen Österreichs Grenzen zu Deutschland und der Schweiz geöffnet werden. Auch mit den östlichen Nachbarn Tschechien, Slowakei und Ungarn plant die Bundesregierung ein gemeinsames Ende der Reisebeschränkungen Mitte Juni.

Die Warnung von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) vor einer raschen Grenzöffnung zu Italien hat heftige Kritik in Rom ausgelöst. „Wenn Italien noch ein Hotspot ist, was soll man über Österreich sagen?“, sagte die Forza-Italia-Parlamentarierin Debora Bergamini. Tirol etwa habe 46 Infizierte pro 10.000 Einwohner gehabt, während die Toskana lediglich 26 Ansteckungen pro 10.000 Einwohner gemeldet habe. Die rechte Lega kritisierte, dass Österreich und Deutschland einen touristischen Korridor in Richtung Kroatien aufbauen würden. Italiens Außenminister Luigi Di Maio fordert eine allgemeine Grenzöffnung für Touristen in Europa am 15. Juni.


Kommentieren


Schlagworte