Künstler-Überbrückungsfonds: Geld rasch, Überprüfung später

Ab Juli sollen freischaffende Künstlerinnen und Künstler durch einen eigens geschaffenen Überbrückungsfonds monatlich 1000 Euro vom Bund erhalten.

Staatssekretärin Andrea Mayer hat wenige Tage nach ihrem Amtsantritt ein Hilfspaket für die Kulturbranche vorgestellt.
© APA

Wien – Letzte Woche angekündigt, am Donnerstag konkretisiert, im Juli auszahlungsfähig: Das sind die Eckdaten der Überbrückungsfinanzierung für freischaffende Künstlerinnen und Künstler. Die neue Kultur-Staatssekretärin Andrea Mayer will den Kunstschaffenden finanziell unter die Arme greifen und Hilfsbereitschaft signalisieren, die sie so zusammenfasst: „Ihr seid uns nicht egal, liebe Künstlerinnen und Künstler.“

Die freischaffende Szene (wie Musiker, Sänger, Schauspieler, bildende Künstler, Autoren, Tänzer, Komponisten) hatte sich von den bisherigen Corona-Hilfsfonds der Bundesregierung wenig bis gar nicht aufgefangen gefühlt. Das soll sich nun ändern.

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Bis zu 6000 Euro pro Person

Die Überbrückungsfinanzierung für Künstler ermöglicht eine Unterstützung von maximal 6000 Euro pro Kunstschaffendem. Dies kann in sechs monatlichen Raten à 1000 Euro erfolgen oder auch in Form „von größeren Teilzahlungen“, wie Mayer erklärt. Das Geld wird aber erst ab Juli fließen. Vorher muss das nötige Gesetz noch durch das Parlament. Mayer will im Sommer dann möglichst rasch auszahlen, „überprüft wird im Nachhinein“, kündigt sie recht freimütig an.

Insgesamt stellt der Bund 90 Millionen Euro zur Verfügung. Damit können bis zu 15.000 freiberufliche Künstlerinnen und Künstler, die durch die Corona-Krise in Not geraten sind, unterstützt werden. 15.000 Personen entsprechen jener Zahl von Künstlern, die in der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) erfasst sind. Die SVS wird den Hilfsfonds auch abwickeln.

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Die freiberufliche Künstlerschaft kann zusätzlich auch beim Härtefallfonds der Wirtschaftskammer eine Unterstützung beantragen. Eine Förderung aus beiden Töpfen, Härtefallfonds und Überbrückungsfinanzierung, wird allerdings gegenverrechnet.

Laut Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) wurden seit Ausbruch von Corona in Österreich bisher 23,3 Milliarden Euro an Hilfsgeldern zugesagt. Darin enthalten sind neben den Hilfsfonds auch die Mittel für Kurzarbeit und staatliche Kreditgarantien.

Kogler betont Wichtigkeit „unseres Kulturschatzes“

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne), für Kunst und Kultur formal zuständig, betont einmal mehr die Wichtigkeit „unseres Kulturschatzes“. Durch den Stillstand der letzten Wochen hätten Kulturschaffende und Kulturfreunde gelitten – „aktiv und passiv“.

Kogler war im Zuge des Rückstritts von Ex-Staatssekretärin Ulrike Lunacek vorgeworfen worden, sich kaum um die Kultur zu kümmern. Seiher versucht er, kulturell Boden gutzumachen. (mark)


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