Audioversum-Podcast: Sound einer Gletscherspalte

Das Innsbrucker Audioversum hat eine neue Podcast-Reihe entwickelt und liefert ungewöhnliche Klangerlebnisse frei Haus.

Zwei Männer im Schnee. Peter Kutin (r.) und Florian Kindlinger bei Tonaufnahmen auf dem Hintertuxer Gletscher.
© Kutin

Innsbruck – Museen haben unter der Fuchtel von Corona wahrlich keinen leichten Stand. Zwar sind die Häuser wieder offen, doch der Andrang hält sich in Grenzen. Schüler und Touristen, zwei klassische große Besuchergruppen, werden schmerzlich vermisst und wohl auch noch längere Zeit fernbleiben.

Das Innsbrucker Audioversum, das sich als Museum interaktiv dem Hören verschrieben hat, kommt potenziellen Besuchern auf virtuellem Weg entgegen. Ein seit Kurzem verfügbarer Podcast (unter www.audioversum.at/podcast) beschert den Hörern ungewöhnliche akustische Eindrücke.

In Folge 1 des Podcast stapft ein Mensch hörbar angestrengt durch Schnee, ehe er sich in einer Tropfsteinhöhle wiederzufinden scheint. Tatsächlich entstanden die Aufnahmen am Hintertuxer Gletscher. Peter Kutin und Florian Kindlinger haben den Sound einer Gletscherspalte per Aufnahmegerät festgehalten.

Die Idee dazu lieferte ein Bergunfall vor einigen Jahren. Damals stürzte ein deutscher Tourist am Hintertuxer Gletscher in eine Spalte. Sechs Tage lang harrte er bis zu seiner Rettung aus. Kutin und Kindlinger wollten nachspüren, was dieser Mann in den langen Stunden des Wartens in seinem einsamen, kalten Gefängnis zu hören bekam.

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Musiker und Komponist Peter Kollreider hat die Podcast-Reihe entwickelt, er führt die einleitenden Interviews mit den Soundlieferanten.

Die zweite Folge geht am 3. Juni online. Conny Zenk hat ihr Mikrofon in verschiedenen Sporthallen in Indonesien platziert. Im Zwei-Wochen-Rhythmus folgen dann fünf weitere Klangspuren aus aller Welt. (mark)


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