Edelmetallhändler sieht Gold weiter im Rekordflug

Tiroler sind sehr goldaffin, Corona heizte die Nachfrage kräftig an. Zwar war der Goldpreis kurz nach dem Ausbruch der Pandemie eingebrochen, doch der Edelmetallpreis hat sich dann relativ schnell wieder erholt.

Philoro produziert zertifizierte Goldbarren. Goldanleger sollten große und kleine Barren sowie Goldmünzen mischen.F
© philoro Edelmetalle GmbH

Von Frank Tschoner

Innsbruck –„Die Kunden standen Schlange vor unseren Filialen, auch in Innsbruck“, erzählt Rudolf Brenner, Geschäftsführer und Mehrheitseigentümer des Edelmetallhändlers Philoro, von den Tagen vor dem Shutdown. Auch Italiener und Deutsche wollten sich noch mit Gold eindecken, kurz bevor die Grenzen geschlossen wurden. Denn Philoro hatte im Gegensatz zu anderen laut Brenner Ware wie Goldbarren und Goldmünzen lagernd.

Zwar war der Goldpreis kurz nach dem Ausbruch der Pandemie eingebrochen, da Investoren Liquidität brauchten, doch der Edelmetallpreis hat sich dann relativ schnell wieder erholt. „Derzeit erleben wir eine Gold-Rallye. In 50 Währungen, auch in Euro, ist der Preis des Edelmetalls derzeit in der Nähe des 7-Jahres-Hochs von 1634 Euro“, schildert Brenner.

Rudolf Brenner
Geschäftsführer Philoro: „Wenn Aktien und Anleihen den Bach runtergehen, ist Gold ein Realwert, der physisch vorhanden ist.“
© Philoro

Er geht davon aus, dass der Preis weiter steigen wird, da derzeit das Umfeld für Gold extrem gut sei. Dafür gibt der ehemalige Banker drei Gründe an: Die Zinsen würden weiterhin sehr niedrig bleiben. Die wirtschaftlichen Unsicherheiten sowie die Liquiditätsmaßnahmen der Notenbanken in Sachen Bewältigung der Corona-Krise würden ebenso den Preis treiben. „Der Goldpreis wird seinen Rekordflug weiter fortsetzen“, meint Brenner. Manche Experten wie der Fondsmanager Ronald-Peter Stöferle prophezeien bis Ende dieses Jahrzehnts einen Anstieg auf 4800 US-Dollar (4374 Euro) pro Feinunze. Dies hält auch Brenner für realistisch.

Die Tiroler sind laut Berechnungen von Philoro im Bundesländervergleich besonders goldaffin. Privatpersonen hätten in Österreich in den vergangenen 10 Jahren etwa 700 Tonnen Gold angehäuft. „Die Tiroler haben um 10 Prozent mehr Gold gekauft als der Bundesländerschnitt.“ Damit liegen sie im Goldranking hinter Wien und Niederösterreich gemeinsam mit Salzburg an der dritten Stelle.

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Ist Gold für jeden eine Anlageform? „Es kommt immer auf die Vermögensstreuung an. Wenn man kein Gold hat, sollte man es sich anschaffen, da es wie eine Versicherung ist. Wenn Aktien und Anleihen den Bach runtergehen, ist Gold ein Realwert, der immer physisch vorhanden ist“, sagt Brenner. Zudem sei es ein Schutz gegen Inflation.

Brenner gründete Philoro im Jahr 2011. Heuer plant die Philoro-Gruppe einen Umsatz von einer Milliarde Euro. 13 Filialen in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Lichtenstein gehören zum Unternehmen. Laut eigenen Angaben zählt Philoro zu den größten Goldhändlern Europas. Heuer wird eine Fabrik in Niederösterreich gebaut werden, wo Gold verarbeitet wird.


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