Straße ins Defereggental wird sicherer

Unwetter und Lawinen schneiden das Defereggental Jahr für Jahr für Tage oder Wochen von der Außenwelt ab. Das Land investiert rund zehn Millionen Euro, um die Landesstraße widerstandsfähiger zu machen.

Lokalaugenschein nach dem Felssturz im April: LH Günther Platter (2. v. l.) mit den Deferegger Bürgermeistern und Christian Molzer.
© Oblasser

Von Catharina Oblasser

St. Veit –Für die Deferegger Gemeinden St. Jakob, St. Veit und Hopfgarten ist es fast schon normal: Die L25, die das Tal an die Bundesstraße Richtung Lienz anbindet, ist wieder einmal zu. Ob durch Lawinen, Erdrutsche oder umgestürzte Bäume – im engen Gebirgstal sind die Naturgefahren besonders bedrohlich.

Erst vor einem Monat war es wieder einmal so weit, erinnern sich die drei Bürgermeister Ingo Hafele (St. Jakob), Vitus Monitzer (St. Veit) und Franz Hopfgartner (Hopfgarten). Nach einem Felssturz zwischen der Mellitzgalerie und dem Mellitztunnel musste die Landesstraße sieben Tage lang gesperrt bleiben. Heute ist die Verkehrsverbindung wieder offen, die Schäden sind aber noch lange nicht behoben.

Gestern Freitag kam Landeshauptmann Günther Platter zu einem Lokalaugenschein nach St. Veit. Gemeinsam mit Christian Molzer, dem Vorstand der Abteilung Verkehr und Straße des Landes Tirol, und den drei Talbürgermeistern machte er sich ein aktuelles Bild der Lage.

Die Vorarbeiten laufen

Und es gibt gute Nachrichten: Um die Defereggental-Landesstraße künftig sicherer zu machen, wird Geld in die Hand genommen. „Wir bauen die Mellitzgalerie neu“, führt Christian Molzer aus. „Sie stammt von 1968 und ist schon in die Jahre gekommen.“ Das zweite Vorhaben ist eine neue, etwa 200 Meter lange Galerie im Bereich des Moosbachgrabens. Die Vorarbeiten laufen, Baubeginn für die zwei Galerien ist der Frühling 2021. Molzer rechnet mit etwa zwei Jahren Bauzeit.

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Unabhängig davon muss auch der Mellitztunnel saniert werden. Das war schon länger geplant und soll im Oktober 2020 in Angriff genommen werden. In Summe stellt das Land dafür zehn Millionen Euro bereit, die exakten Kosten sind noch nicht fixiert. Der Landeshauptmann betont, wie wichtig die Versorgungssicherheit im ländlichen Raum ist. „Wir müssen darauf schauen, dass die Leute nicht eingesperrt sind. Egal ob das Pendler, Schüler oder Touristen sind. Deshalb erfolgt heute der offizielle Startschuss für die Verbesserung der Defereggental-Landesstraße.“

„Das war nicht einfach“

Der St. Veiter Bürgermeister Monitzer listet die Naturereignisse seit 2014 auf: angefangen von einer Lawine im Februar 2014 (da war die Straße vier Tage gesperrt) über einen Felssturz im September 2017, eine weitere Lawine im Februar 2019 bis zu den enormen Schneefällen im November 2019, als die Straße wegen umgestürzter Bäume sogar zehn Tage lang zubleiben musste. In Summe waren einige oder alle Gemeinden des Tales seit 2014 an 27 Tagen von der Umwelt abgeschnitten.

Bürgermeister Franz Hopfgartner erinnert sich an Straßensperren zwischen Hopfgarten und St. Veit, die anreisende Touristen am Anfang des Tales stranden ließen. Sie konnten ihren Urlaubsort nicht erreichen und mussten kurzfristig in anderen Hotels untergebracht werden. „Das war nicht einfach“, so Hopfgartner.


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