Arbeiterkammer fordert Mindestlohn für „Systemerhalter“

Eine Million Menschen in Österreich haben „systemrelevante“ Berufe. Dies ergibt eine Studie im Auftrag der Arbeiterkammer (AK).

Ein hoher Frauenanteil zeichnet jene Berufe aus, die in der Corona-Krise besonders wichtig waren.
© APA

Wien –Eine Million Menschen in Österreich haben „systemrelevante“ Berufe. Dies ergibt eine Studie im Auftrag der Arbeiterkammer (AK). Berufe, in denen Frauen und Migranten überrepräsentiert sind, sind besonders schlecht bezahlt. „Die Krise hat soziale Ungleichheiten noch einmal stark hervorgehoben“, sagte AK-Präsidentin Renate Anderl. Es reiche nicht aus, für die Betroffenen zu klatschen. Diese benötigten „eine dauerhafte Anerkennung“.

„Systemrelevant“ seien jene Tätigkeiten, auf die in der Corona-Krise nicht verzichtet werden kann. Dazu zählen etwa Reinigungskräfte, Lebensmittelverkäufer, Lehrer, Polizisten oder Ärzte. Das Gemeinsame dieser Arbeit sei, dass die Tätigkeiten nicht oder schwer von zu Hause ausgeführt werden könnten. Die Beschäftigten sind viel mit Menschen in Kontakt und haben dadurch ein größeres Ansteckungsrisiko. 65 Prozent der systemrelevanten Arbeitskräfte sind Frauen.

Besonders hoch ist der Frauenanteil unter den Kindergartenpädagogen (88 Prozent), Kassierern und Regalbetreuern (86 Prozent), Reinigungs- (83 Prozent) und Pflegekräften (82 Prozent). Diese sind gleichzeitig die am niedrigsten bezahlten Tätigkeiten. Die AK fordert daher einen Mindestlohn von 1700 Euro brutto sowie eine Anhebung des Mehrarbeitszuschlags von 25 auf 50 Prozent. Stark männlich dominiert sind Berufsfelder wie Berufsfahrer und Sicherheitskraft. Arbeitnehmer in diesen Branchen sind der Studie zufolge besonders hohen psychischen und körperlichen Belastungen ausgesetzt. (APA, TT)

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