Siedlung in St. Ulrich am Pillersee erstickt im Staub

Anrainer wollen einer Weginteressentschaft zustimmen, damit die Straße endlich asphaltiert wird. Diese dient nämlich auch als Zufahrt für eine Großbaustelle.

Judy und Hermann Brunnschmid, Siegfried Schäffler und Sarah Manzl (v. l.) fordern eine eigene Zufahrt für die hinteren Grundstücke.
© Michael Mader

Von Michael Mader

St. Ulrich am Pillersee–Die Schartental-Siedlung in St. Ulrich ist im Laufe der vergangenen Jahre stetig gewachsen. Vor gut sechs Jahren haben sich hier auch Sarah Manzl und nebenan ihr Vater Siegfried Schäffler den Traum vom Eigenheim erfüllt.

Getrübt wird das Vergnügen aber zusehends durch die geschotterte Siedlungsstraße und eine benachbarte Großbaustelle. Die zahlreichen Lkw haben nämlich nur die Möglichkeit, über die Schotterpiste zuzufahren. „Wir ersticken hier im Staub“, ärgert sich Manzl. „Alle fünf Minuten fährt ein Lkw vorbei“, bekräftigt Schäffler.

Die Krux an der Sache: Die Gemeinde möchte, dass die Anrainer eine Straßeninteressentschaft gründen und sich an den Asphaltierungskosten beteiligen. „Wir sind dann auch für die Erhaltung, Schneeräumung und Haftung verantwortlich“, sagt Hermann Brunnschmid. Deshalb habe man bislang die Auffassung vertreten, dass die Gemeinde für die Gemeindestraße verantwortlich sei.

„Wir befürchten aber, dass wir noch die nächsten zehn Jahre Staub schlucken müssen. Ich habe auch Angst, dass meine kleinen Kinder überfahren werden“, berichtet Manzl von Lkw, die viel zu schnell fahren und manchmal aufgrund ihrer Länge auch stecken bleiben.

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Hermann Brunnschmid, Anrainer

Aus diesem Grund wollen die Anrainer nun doch eine Straßeninteressentschaft gründen, auch wenn sie der Meinung sind, dass die Umwandlung einer Gemeindestraße in eine öffentliche Interessentschaft nicht gestattet sei.

Geknüpft an mehrere Forderungen – unter anderem, dass die „hinteren“ Grundstücke eine eigenen Zufahrt bekommen –, haben sie das am 7. Mai der Gemeinde mitgeteilt.

„Antwort haben wir bis heute keine bekommen“, sagt Brunnschmid. Manzl: „Genauso wie die Bürgermeisterin vor fast einem Jahr versprochen hat, dass das Retentionsbecken umzäunt wird, damit die Kinder nicht hineinfallen können. Passiert ist allerdings nichts“, ärgert sich Manzl.

Bürgermeisterin Brigitte Lackner war trotz mehrerer Anrufe für eine Stellungnahme nicht erreichbar.


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