Tiroler Baukünstler Andreas Egger verstorben

Es ist erst wenige Monate her, seit Andreas Egger sein Architekturbüro schweren Herzens zugesperrt hat.

Andreas Egger, porträtiert von seiner Schwägerin, der Malerin Beatrix Sunkovsky.
© B. Sunkovsky

Innsbruck –Es ist erst wenige Monate her, seit Andreas Egger sein Architekturbüro schweren Herzens zugesperrt hat. War das Entwerfen doch das Leben des Tiroler Baukünstlers, der an der Wiener Akademie der bildenden Künste bei Roland Rainer studiert hat, bevor er nach Innsbruck zurückgekehrt ist, um sich in wechselnden Partnerschaften um eine menschenfreundliche Architektur zu bemühen. Gern im Rahmen von Wettbewerben, etwa 1971 an dem gemeinsam mit Siegbert Haas und Peter Kirchmair entwickelten Projekt „Wohnen Morgen Oberwart“, wofür die jungen Tiroler den zweiten Platz einheimsten.

Naturnahes Wohnen in größerem Maßstab blieb für viele Jahre das zentrale Thema Eggers, mit Ergebnissen, die in ihrer formalen Konsequenz von zeitloser Gültigkeit sind. Wie etwa das in den Hang gestapelte Terrassenhaus „Sonnleitn“ in Mühlau oder eine kleine Reihenhausanlage in Vill, in der der Architekt selbst jahrzehntelang leben sollte. Ein Impuls, der noch heute „respektabel“ sei, konstatierte Otto Kapfinger 2002 in seinem Architekturführer „Bauen in Tirol seit 1980“.

Gemeinsam mit Hanno Schlögl plante Andreas Egger zwischen 1979 und 1986 die Seniorenwohnanlage „Haus am Stiftsgarten“ in Hall. Städtebaulich sensibel in das historisch gewachsene Ambiente implantiert, entwickelt entlang einer zentralen „Gasse“. Dieses Gespür für spezielle Orte bewies Egger in den frühen 1990er-Jahren auch bei seiner Überbauung des Arkadenplatzes unterhalb der Kufsteiner Festung. Seine zunehmend schnörkelloser werdende Handschrift hat Andreas Egger aber auch in der raffiniert aufregend unaufgeregten Gestaltung von Gehegen und Gebäuden im Innsbrucker Alpenzoo hinterlassen.

Als lebendiges Vermächtnis eines für Tirol wichtigen Architekten und feinen Menschen, den seine vielen Freunde sehr vermissen werden. (schlo)

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