Heute vor 75 Jahren: Landecker Buben starben sinnlosen Tod

Franz (l.) und Hubert (r.) Gröbner starben am 3. Juni 1945 einen schrecklichen Tod. Mit im Bild Schwester Margit und Mutter Hedwig.
© Gröbner

Landeck – US-amerikanische Soldaten patrouillierten in den ersten Nachkriegswochen in Landeck. Einige von ihnen wurden Zeugen eines schrecklichen Unglücks am Innufer unweit der Andreas-Hofer-Brücke in Stadtmitte.

Am Nachmittag des 3. Juni 1945, heute vor 75 Jahren, war die Landecker Familie Gröbner von einem Spaziergang zurückgekehrt. Den Buben Franz (9) und Hubert (10) war es jedoch zu früh, um in der Wohnung zu bleiben. Sie fragten ihre Mutter, ob sie noch am nahegelegenen Inn spielen dürfen. Die Mutter erlaubte es, sie verweilte mit ihrer Tochter Margit zu Hause.

Es dauerte nicht lange, bis vom Ufer ein heftiger Knall zu hören war. Franz und Hubert hatten eine Handgranate gefunden und damit gespielt. Erschüttert mussten herbeigeeilte Soldaten der US-Armee und die Familie der Buben feststellen, dass beide blutend und entstellt am Boden lagen. Einer war auf der Stelle tot, der andere lebte noch. Die Soldaten hofften, wenigstens ein Leben retten zu können, und brachten das schwerstverletzte Kind in die Klinik Innsbruck. Doch alle Mühen waren vergeblich, wenig später starb auch der zweite Bub. Hubert und Franz wurden zunächst zu Hause aufgebahrt und dann am Landecker Stadtfriedhof zu Grabe getragen.

Lange war das Unglück ein Tabu in der Familie, Vater und Mutter schwiegen. „Erst viel später habe ich verstanden, warum meine Mutter immer so ernst war“, schilderte Franz Gröbner, der vier Jahre nach dem Tod seiner Brüder zur Welt kam. (hwe)

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