Staatsnahe Betriebe: Frauenquote im Aufsichtsrat

Die Erhöhung des Frauenanteils an der Spitze staatsnaher Betriebe ist Teil des Regierungsprogramms und soll nun umgesetzt werden.

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© APA

Wien –Unter dem Kapitel „Gleichstellung von Frauen am Arbeitsmarkt“ sind im türkis-grünen Regierungsprogramm mehrere Punkte, von Aus- und Weiterbildung bis zu einer Info-Kampagne über die Auswirkungen von Teilzeit, aufgelistet. Eine Maßnahme, um mehr Frauen in Top-Positionen zu bringen, soll heute auf Antrag der ÖVP-Ministerinnen Margarete Schramböck (Wirtschaft) und Susanne Raab (Frauen) im Ministerrat beschlossen werden. Eine 40-Prozent-Frauenquote soll in den Aufsichtsgremien von Unternehmen mit einem Bundesanteil von 50 Prozent und mehr – etwa ÖBB Holding, Asfinag oder die BIG – erfüllt werden. Derzeit liegt die Quote bei 35 Prozent. Der Bund gehe damit mit gutem Beispiel für die Privatwirtschaft voran, heißt es im Regierungsprogramm.

Frauenquote bei Staatsnahen rund 43 Prozent

Laut einem Fortschrittsbericht zum Frauenanteil in staatsnahen Betrieben für das Jahr 2019 war der Bund im Berichtszeitraum an 54 Unternehmen mit 50 Prozent und mehr beteiligt. Von den entsendeten 284 Aufsichtsratsmitgliedern waren 123 Frauen. 2018 waren von 289 entsendeten Aufsichtsratsmitgliedern 126 Frauen. Das bedeutet einen Rückgang von insgesamt drei von Frauen besetzten Aufsichtsratsmandaten, heißt es laut einer Erhebung des Bundeskanzleramtes und des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort. Von den 372 von allen Eigentümern entsendeten Aufsichtsratsmitgliedern waren 146 Frauen. Durchschnittlich liegt die Bundes-Frauenquote in diesen staatsnahen Unternehmen bei 43,3 Prozent. Im Berichtszeitraum 2018 waren es 43,6 Prozent. 2019 war ein kleiner Rückgang von 0,3 Prozentpunkten gegenüber 2018 zu verzeichnen.

35 Unternehmen erfüllen bereits die bis Ende 2019 umzusetzende Bundes-Frauenquote von 35 Prozent oder liegen darüber. 2018 waren es bereits 34 Unternehmen, die das erfüllten, 2011 waren es nur 17. Zwölf Unternehmen weisen eine Bundes-Frauenquote zwischen 25 und 35 Prozent auf. Acht dieser Unternehmen kommen der 35-Prozent-Quote mit 33 Prozent schon sehr nahe. Sieben der insgesamt 54 Unternehmen erfüllen die zu erreichende Quote von 25 Prozent noch immer nicht. (APA, TT)

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