Geplante Stromleitung von Ried nach Fiss verzögert sich

Die Tinetz verspätet sich mit der geplanten Stromleitung aufs Sonnenplateau. Statt zum Start der heurigen Wintersaison wird die Energieverbindung frühestens im Februa­r 2021 in Betrieb gehen

Der Bau der 110-kV-Leitung aufs Sonnenplateau kann voraussichtlich erst im Februar 2021 fertig gestellt werden.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Ried, Fiss –„Jede weitere Verzögerung wirkt sich direkt auf die Inbetriebnahme aus“, betont Tinetz-Geschäftsführer Thomas Rieder. Der Tiroler Netzversorger kommt im Obergricht in Terminschwierigkeiten. Der ohnehin knapp­e Zeitplan für die geplante neue elf Millionen Euro teure 110-kV-Leitung von Ried nach Fiss wurde heuer gehörig durcheinandergebracht. Statt zum Start der heurigen Wintersaison wird die Energieverbindung frühestens im Februa­r 2021 in Betrieb gehen.

Die Tinetz plant seit mehreren Jahren eine Energieverbindung, um den steigenden Leistungsbedarf in den drei Gemeinden Serfaus, Fiss und Ladis decken zu können. Vor wenigen Tagen wurden dies­e über die Verspätung informiert.

Ursache seien „die intensive Planungs- und Genehmigungsphase sowie der Corona-­bedingte österreichweite Baustellenstopp“, teilte das Unternehmen mit. Am Umspannwerk in Fiss wurde seit dem 16. März gearbeitet, zwischenzeitlich wurd­e das Vorhaben durch den Ausbruch der Pandemie aber gebremst. „Der Zeitplan war bislang schon sehr ambitioniert. Der Ausfall im März kann jedoch nicht mehr aufgeholt werden“, so Projektleiter Johannes Lammel. „Aber auch dieser Termin ist nur realistisch, wenn das Wetter die notwendigen Arbeiten an der Freileitung in den Wintermonaten erlaubt und auch Arbeiten in den Bauverbotszeiten möglich sind.“

Nach Protesten umgeplant

Für die neue Trasse, die im vergangenen Jahr nach Protesten in der Gemeinde Ried umgeplant wurde, fehlen derzeit außerdem noch Genehmigungsbescheide. „Der forstrechtliche Bescheid liegt vor und muss noch in Rechtskraft kommen, den naturschutzrechtlichen Bescheid erwarten wir in den nächsten 14 Tagen“, betont Tinetz-Planer Philipp Mattle.

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Im vergangenen Jahr kündigte die Tinetz Versorgungsschwierigkeiten und einen Anschlussstopp für Großprojekte an, solange die Leitung nicht gebaut ist. „Für größere Betriebe bedeutet das, dass sie mit der bestehenden Leistung auskommen müssen“, so Mattle. Ausgenommen sind Kleinstabnehmer wie Einfamilienhäuser. Allerdings sei man jetzt guter Dinge, das Projekt umzusetzen. In Serfaus seie­n derzeit keine Großprojekte betroffen, betonte Bürgermeister Paul Greiter. Das bestätigt­e auch Bürgermeister Florian Klotz in Ladis.

Vergangenen Herbst war der Leitungsbau durch Einsprüche der Gemeinde Ried noch in der Schwebe. Im Herbst 2019 kam es dann aber zu einer Einigung und Neuplanung.


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