Bezahlte Ex-Minister Mord von Journalistin auf Malta?

Valletta – Im Fall der in Malta ermordeten Journalistin Daphne Caruana Galizia soll ein ehemaliger Minister einem Killer nach Angaben eines ...

Demonstranten in Valletta zeigen Porträts der ermordeten Journalistin Daphne Caruana Galizia. Die Hintergründe dieser Tat beschäftigen die Mittelmeerinsel Malta seit dem Vorjahr. Immer mehr Details werden bekannt.
© AFP

Valletta –Im Fall der in Malta ermordeten Journalistin Daphne Caruana Galizia soll ein ehemaliger Minister einem Killer nach Angaben eines Zeugen 350.000 Euro gezahlt haben. Eine entsprechende Aussage machte ein Mittelsmann des Mordes am Montag bei Gericht. Der Zeuge behauptete, dieses Geld sei von Ex-Wirtschaftsminister Chris Cardona gekommen. Dem Zeugen soll für Aussagen Straferlass versprochen worden sein.

Der beschuldigte Politiker sagte der Zeitung Times of Malta, dass die Aussage erlogen sei. Ein Geschäftsmann, dem die Mitschuld an dem Anschlag vorgeworfen wird, soll ebenfalls für den Auftragsmord gezahlt haben.

Daphne Caruana Galizia, eine Bloggerin, die über Politik und Korruption schrieb, war im Oktober 2017 mit einer Autobombe in die Luft gesprengt worden. Ihre Ermordung führte zu Demos und Protesten auf der Mittelmeerinsel, die seit 2004 Mitglied der EU ist. Drei Männer werden beschuldigt, das Attentat durchgeführt zu haben. Der Geschäftsmann Yorgen Fenech, der gute Kontakte zur damaligen Regierung hatte, ist seit Dezember als Drahtzieher angeklagt. Die Beschuldigten weisen die Vorwürfe zurück.

Geschäftsmann Fenech soll auch Kontakte zum damaligen Stabschef des Premiers Joseph Muscat gehabt haben. Muscat musste Ende November im Zuge der Affäre zurücktreten. Sein Nachfolger und neuer Premier Maltas ist seit Jänner 2020 Robert Abela, der Chef der Labour-Partei. (APA, dpa)

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Kommentieren


Schlagworte