Saisonaus für Pranter: Ein Unglück kommt bei der WSG selten allein

Nach dem 0:5 gegen St. Pölten beim Restart der Bundesliga und dem Saisonende für Benni Pranter schaltet die WSG Tirol in den Krisenmodus.

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Von Tobias Waidhofer

Wattens – Aus seinem Geburtstag habe er sich „noch nie viel gemacht“, erklärte WSG-Tirol-Trainer Thomas Silberberger gestern an seinem 47. Ehrentag. Trotzdem meint der Wörgler ehrlich: „Vor einem Jahr hatte ich zwei Tage nach dem Aufstieg den lässigsten Geburtstag, jetzt ist es der beschissenst­e.“ Und das lag neben dem schweren Motorradunfall, der am Freitag eine weitere Operation nötig macht, auch an der empfindlichen 0:5-Pleite gege­n St. Pölten.

„Ich nehme die Niederlage zu 100 Prozent auf meine Kappe. Und zwar nicht wegen einer falschen Aufstellung oder Taktik, sondern einzig und allein wegen meines blöden Unfalls.“ Es relativiere sich zum Beispiel die schwache Leistung von Fabian Koch, wenn man wisse, „dass der Unfall vor Fabis Elternhaus passierte und er mein Bein gesehen hat“. Viel mehr wollte der „Silbi“, der das Klinikum Hall Anfang kommender Woche verlassen möchte, zum Spiel gar nicht sagen.

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Das übernahm Manager Stefan Köck: „Ich habe noch keine Erklärung, warum wir so fehleranfällig waren. Nach 15 Minuten war das Spiel verloren, das war haarsträubend.“ Kein einziger Akteur hatte nur ansatzweise Normalform erreicht. „Da waren die fünf Wechsel fast zu wenig“, bestätigt auch Köck den kopflosen Auftritt. Man hatte auch das Gefühl, dass der WSG die Emotionen ihres Trainers an der Seitenlinie erheblich abgingen. Und erschwerend kommt nun hinzu, dass auch Benni Pranter ausfällt. Beim frischgebackenen Vater wurd­e ein Muskelfaserriss in der Wade diagnostiziert. „Das bedeutet das Saisonende“, seufzte der bediente Völser.

„Wir liegen am Boden, aber jetzt gilt es wieder aufzustehen“, fordert Manager Köck. „Wir dürfen uns nicht leidtun.“ Es braucht einen Turn­around, so wie er der WSG Tirol schon nach dem schwarzen November und Dezember (sieben Niederlagen in Serie) mit sieben Punkten aus vier Frühjahrsspielen gelungen war. „Wir wissen, dass wir so keine Chance haben. Wenn wir so spielen, sind wir Abstiegskandidat Nummer eins.“ Dass man daheim gegen die Gegner der Qualirunde (bis auf die Austria) noch ohne Sieg ist und man allein gegen St. Pölten in drei Spielen elf Gegentreffer geschluckt hat, lässt die Warnlichter blinken.

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Es wartet nun eine stürmische See auf das grün-weiße Schiff, das ohne Steuermann (Trainer Silberberger) und nun auch ohne seine Kreativ-­Perle (Benni Pranter) auskommen muss.


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