Trotz Absage wegen Corona-Pandemie: Festivalperlen auch ohne Festival

Wes Andersons „The French Dispatch“ wäre heuer in Cannes gelaufen. Mitte Oktober soll der Film mit Bill Murray (links) ins Kino kommen.
© Disney

Cannes – Eine Einladung zu den Filmfestspielen in Cannes gilt in der internationalen Filmbranche als Ritterschlag, auf den ausgewählte Werke auf Werbematerialen wie Plakaten stolz hinweisen. Heuer fiel das Festival wegen der Corona-Pandemie aus. Das „Gütesiegel“ für Filme, die in Cannes gelaufen wären, gibt es trotzdem. Damit wolle man den Filmen wenigstens bei ihrer künftigen Vermarktung helfen, so Festspiel-Leiter Thierry Fremaux. Fremaux nun veröffentlichte Liste der Auserwählten ermöglicht also einen Überblick über ein Festivalprogramm, das es nie gab. Deshalb weiß man jetzt auch, dass es heuer keine österreichische Produktion an die Croisette geschafft hätte.

Mit gleich zwei Filmen wär­e der britische Oscarpreisträger Steve McQueen in Cannes vertreten gewesen. Er hätte „Lovers Rock“ und „Mangrov­e“ beim Festival präsentiert. Letzterer beschäftigt sich mit dem Thema rassistische Polizeigewalt – und gilt auch ohne große Festivalbühne als Film der Stunde. Erwartungsgemäß findet sich auch Wes Andersons einmal mehr stargespickte Komödie „The French Dispach“ auf der List­e. Diese galt bis zur Absage des Festivals als wahrscheinlichster Eröffnungsfilm.

Als einzige deutschsprachige Produktion schaffte es Osca­r Roehlers Fassbinder-Drama „Enfant Terrible“ in das 56-Filme-Festspielprogramm ohne Festival. (jole)

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