Achenseebahn dampft in Richtung Weltkulturerbe

Nach intensiven Wartungsarbeiten an der Strecke kam es zur ersten Charterfahrt der Achenseebahn in einem krisengeschüttelten Jahr.

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Startklar für die erste Personenbeförderung im heurigen Jahr war die Achenseebahn am Samstag. Die 60 Salzburger an Bord waren von der Fahrt begeistert.
© Zwicknagl

Von Walter Zwicknagl

Jenbach – Nach vielen Dämpfern in diesem Jahr gibt es wieder Lichtblicke für die Achenseebahn, die Ende März in die Insolvenz schlitterte. Als am Samstag die Bahn von Jenbach Richtung Achensee keuchte, hatte sie rund 60 Passagiere aus Salzburg an Bord. „Ich sehe das als Solidarität der Salzburger Transportlogistik Gesellschaft, die samt ihrem Chef Gunther Pitterka die Fahrt genoss“, freut sich Eisenbahnchef Martin Uhlig, der damit kräftigen Rückenwind über die Landesgrenzen hinaus verspürt. Natürlich geschah das mit dem Einverständnis des Masseverwalters Herbert Matzunski, wie Uhlig betont. Schließlich brauche man nichts nötiger als Geld.

Stolz waren auch die Betriebsleiter Heino Seeger und Gunter Mackinger, die aus Ersparnisgründen als Bremser agierten, auf den ersten Auftritt der Bahn im Jahr 2020 mit zwei grünen Waggons. Und im Führerstand der Lok Georg stand eine junge Dame und schaufelte fleißig Kohlen. Als Heizerin will nämlich Marlene Perlot aus Eben klein beginnen und einmal Lokführerin bei der Achenseebahn werden, wie sie energisch vermerkt. Schließlich sei schon einer ihrer Vorfahren Lokführer bei der Dampfzahnradbahn gewesen.

Für Marlene Perlot aus Eben, die Lokführerin werden will, war es die erste Fahrt als Heizerin am Führerstand.
© Zwicknagl

Die Bahnleitung bekam am Donnerstag von Walter Hauser, dem Chef des Denkmalamtes, und dessen Stellvertreterin Gabriele Neumann Besuch. Die beiden gingen die ganze Strecke ab. Der Grund: Die Achenseebahn soll Weltkulturerbe werden. Ein Konkurs der Bahn könnte nämlich die Zerschlagung der Eisenbahn und die „Versilberung“ ihrer Einzelteile zur Folge haben. Loks und Waggons sollten nicht in Museen landen und die Zahnstange nicht nach Funchal auf Madeira übersiedeln. Das wäre ein Horrorszenario für die Freunde der Bahn.

Was sagt Walter Hauser zum Thema Weltkulturerbe? „Das Prüfverfahren dazu wird eingeleitet. In ein paar Monaten wird der Endbericht vorliegen. Es schaut aber so aus, als ob es eine Win-win-Situation geben könnte.“

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Die Strecke sei sehr ursprünglich erhalten, Schwächen ortet er eher in den technischen Gebäuden. Die Bahnleitung halte er für kompetent. Einen ersten Bericht gab Hauser schon im Büro von LHStv. Josef Geisler ab. Und Uhlig freute sich über ein Zusammentreffen mit Christoph Bazil, dem Präsidenten des Bundesdenkmalamtes.


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