BMW S 1000 XR: Schneller Reisen dank Superbike-DNA

Nachdem BMW seine S 1000 RR vor einem Jahr rundumerneuerte, lag es auf der Hand, dass das Touren-Pandant – die S 1000 XR – für heuer auch ein Update spendiert bekommt. Wir haben den Sport-Tourer zum Test geladen.

Das optionale Carbon-Paket sieht auf der S 1000 XR gut aus, schlägt aber mit 1700 Euro zu Buche.
© Lukas Letzner

Von Lukas Letzner

Innsbruck – Dass die BMW S 1000 XR ein echter Verkaufsschlager ist, darf einen nicht wundern. Der Spagat zwischen Superbike-Power und Tourentauglichkeit gelingt den Bayern bei beim Touren-Pandant der S 1000 RR wirklich perfekt. Nachdem ihre Supersport-Schwester vor einem guten Jahr rundum­erneuert wurde, kam jetzt die S 1000 XR in den Genuss eines umfassenden Updates. Wir haben sie daher zum heißen Kurven-Tanz geladen.

Vorab die stammtischrelevanten Eckdaten: Das Aggregat wurde von Grund auf überarbeitet, speckte im Vergleich zum Vorgänger ganze fünf Kilogramm ab, leistet nach wie vor 165 PS (bei 11.000 U/min) und schickt 114 Nm (bei 9250 U/min) an den hinteren Pneu. So weit, so gut, doch was heißt das für die Praxis?

Als wir uns in den Sattel der neuen XR schwingen, merken wir sofort, dass wir doch deutlich besser ins Motorrad integriert werden. Vor allem der Knieschluss ist, dank des schma­leren Hauptrahmens und der optimierten Tankflanken, deutlich kompakter. Zudem sitzt man auf der Neuen zwei Zentimeter weiter vorne, wodurch das Feedback des Vorderrades besser wird. Zu guter Letzt wurde der Lenker um 30 Millimeter schmaler, was vor allem beim Rangieren, aber auch beim Kurvenswing mehr Souveränität bietet. Beim Rangieren merkt man außerdem, dass die Neue deutlich leichter geworden ist.

Mit einem Druck auf den Anlasser erwecken wir den Power-Vierer zum Leben. Schon auf den ersten Metern merkt man, dass er vor allem im unteren Drehzahlbereich etwas sanftmütiger ans Werk geht als sein Vorgänger. Hat die Neue etwa ihren Punch verloren? Die Antwort: keineswegs. Als wir das Ortsschild passieren und in höhere Tourenbereiche vordringen, zeigt auch das neue Aggregat, dass es nicht nur rennen, sondern richtig sprinten kann. Hier kommt schließlich auch die neue Ergonomie zum Tragen und man fühlt sich im Handumdrehen sauwohl. Ein zusätzliches Gefühl der Sicherheit vermittelt der perfekt arbeitende Schaltautomat der – dank MSR (Motor-Schleppmoment-Regelung) – das Rutschen des Hinterrads beim Zurückschalten verhindert. Während das Dynamic-ESA serienmäßig mit an Bord ist, muss man für die Pro-Version in die Taschen greifen. Die Investition lohnt sich allerdings. Apropos Investition: Die neue XR ist ab 19.950 Euro zu haben. Unser Testmotorrad kam dank diverser Extras auf 24.935 Euro.


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