Grenze zu Italien ab 16. Juni offen: Reise ans Mittelmeer bald wieder möglich

In weniger als einer Woche sollen die Grenzen zu Italien, Kroatien und Griechenland öffnen. Große Erleichterung herrscht in Südtirol.

Die Adria-Strände, wie hier im Bild jener von Bibione, sollen bald auch mit österreichischen Touristen gefüllt sein.
© Bibione Spiaggia

Innsbruck, Bozen, Bibione, Wien, Kaltern – Bis zu 64 Quadratmeter Platz pro Sonnenschirm, bei jedem Gästewechsel desinfizierte Liegen, höchste Hygienestandards in der Gastronomie. Und das alles am, laut eigenen Angaben, „breitesten Strand Italiens“. So wirbt der Adria-Badeort Bibione, der knapp 30 Kilometer nördlich von Venedig in der Provinz Veneto liegt, um Gäste. Bald können dort auch Touristen aus Österreich hinreisen.

Denn wie bereits gestern bekannt wurde, soll die Grenze zu Italien schon am 16. Juni öffnen. Dem Vernehmen nach wird die Bundesregierung in Wien das heute ebenso bekannt geben wie die Wiederherstellung der Reisefreiheit zu Kroatien und Griechenland.

In Bibione und vielen anderen, besonders im Norden der Adria gelegenen, Destinationen dürfte das zu Freudensprüngen führen, denn: Österreicher gehören zur für das Urlaubsgewerbe wichtigsten Zielgruppe. Gianfranco Prataviera, Vorsitzender von Bibione Spiaggia, glaubt jedenfalls, dass die Betriebe optimal für die anlaufende Saison vorbereitet seien. „Das wird unseren Gästen zugutekommen. Ohne dass sie wegen Covid-19 für die größeren Plätze und zusätzlich vorgeschriebenen Serviceleistungen Preiserhöhungen in Kauf nehmen müssen“, sagt Prataviera.

Runder Tisch heute im Kanzleramt

Außenminister Alexander Schallenberg und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) laden heute um 10 Uhr in Wien zu einem runden Tisch ins Bundeskanzleramt, bei dem weitere Grenzöffnungen beschlossen und in einer Pressekonferenz im Anschluss bekannt gegeben werden sollen.

Laut Informationen der Tiroler Tageszeitung wird Österreich ab dem 16. Juni seine Grenzen zu zwei Dutzend Staaten in Europa geöffnet haben – darunter eben auch Italien, Kroatien und Griechenland. Bei Einreise aus diesen Ländern gelten dann dieselben Regeln wie vor Ausbruch der Corona-Krise. Weder Quarantäne noch ein Covid-Test sind notwendig. Bis auf Weiteres aufrecht bleiben die Reisebeschränkungen für Schweden.

📽 Video | Reisefreiheit nach Italien wohl ab 16. Juni

„Es war für uns ein Stück Alltag weniger, ohne Gäste zu leben“, sagt Sarah Filippi, Direktorin des Tourismusbüros Kaltern. In der Region rund um den bekannten Badesee im Süden Südtirols herrsche „Erleichterung, dass es jetzt doch geklappt hat mit der Grenzöffnung vonseiten Österreichs“, sagt Filippi. Die Buchungslage in Kaltern sei – den Umständen entsprechend – gut. „Für uns ist jeder Tourist wichtig. Aber die österreichischen und insbesondere Tiroler Urlauber sind eine konstante und in den vergangenen Jahren wachsende Gruppe. Im Vorjahr lag ihr Anteil bei sieben Prozent.“

Auch bei Arnold Schuler, Südtiroler Landesrat für Tourismus, ist die Freude groß – aus wirtschaftlicher wie sozialer Sicht. „Es ist wichtig, dass sich die Menschen dies- und jenseits des Brenners endlich wieder besuchen können.“

Bei allem Optimismus spart Schuler nicht mit Kritik am langen Zögern Österreichs: „Es war für uns in Südtirol eine fatale Botschaft, dass es immer wieder hieß, die Grenze bleibe zu. Obwohl die Infektions-Zahlen niedrige waren.“ Dass eine Stornierungswelle folgte, sei das eine. „Die Grenzfrage zwischen Tirol und Südtirol ist aber immer auch eine emotionale.“ (bfk, jec)


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