Nach Mure auf Leckgalerie: Gurgler Straße bleibt Problem

Heute findet ein Lokalaugenschein bei der beschädigten Leckgalerie in Sölden statt. Über das Wochenende zeichnete sich ab, dass der Hang über der Galerie weitere Bewegungen aufweist.

Beim Murenabgang am 28. Mai gelangte das Material auch in die Leckgalerie. Inzwischen wurde sie innen statisch verstärkt.
© Landesgeologie

Sölden – Eigentlich wollte man am morgigen Donnerstag die Straße zwischen Zwieselstein und Untergurgl wieder behelfsmäßig öffnen. Doch über das Wochenende zeichnete sich ab, dass der Hang über der beschädigten Leckgalerie, die am 28. Mai von einer Mure getroffenen worden war, weitere Bewegungen aufweist. Heute findet dazu ein Lokalaugenschein mit der Landesgeologie statt. „Dann wird auch im Laufe des Nachmittags entschieden, ob die Straße am Feiertag aufgehen kann“, wollte Landesgeologe Thomas Figl den Beratungen der Experten gestern nicht vorgreifen.

Seit zwei Wochen arbeitet die Straßenmeisterei Haiming intensiv an der statischen Absicherung der Leckgalerie. Immer wieder kam es in dieser Zeit zu Bewegungen. Auf der gegenüberliegenden Talseite beim Crosspoint an der Timmelsjochstraße nimmt ein externer Geologe den Hang unter Beobachtung. „Wenn Nebel oder Wolken aufziehen und er keine Sicht hat, müssen wir natürlich die Arbeiten unterbrechen“, erklärt Straßenmeister Michael Strigl. Und das kam in den vergangenen Tagen immer wieder vor. Problematisch war in diesem Zusammenhang das Wetter: Der dauernde Eintrag von Regenwasser machte den Hang instabiler.

In der Galerie wurde eine 3,5 Meter breite Fahrspur eingerichtet, links und rechts davon wird das Bauwerk statisch mit Trägern gesichert. „Die Leckgalerie wurde gegen Lawinen errichtet“, erläutert der Sölder Bürgermeister Ernst Schöpf. Für solche Massen und Belastungen durch Steinschlag bzw. Muren ist sie nicht konzipiert. Das erklärt auch, warum die Gurgler Straße noch für längere Zeit ein Problem darstellen wird. Nach möglichen Antworten zur weiteren Vorgangsweise wird daher heute gesucht.

Eng mit der Gurgler Straße ist auch das Timmelsjoch verbunden. Zuletzt gab es Hoffnung, dass die Reisefreiheit in Richtung Italien bald wieder hergestellt werden könnte. Die Wintersperre der Hochalpenstraße ist jedenfalls seit Donnerstag aufgehoben. „Aber wenn die Straße von Sölden herauf nur stundenweise befahren werden kann, hat es für uns nur wenig Sinn, das Timmelsjoch zu öffnen“, bangt auch Geschäftsführer Manfred Tschopfer mit.

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Für die Gurgler Bevölkerung gibt es allerdings die Möglichkeit, bei Notfällen im Korridor über das Timmelsjoch und Südtirol nach Nordtirol zu gelangen. (pascal)


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