Startschuss für Umbau des Landesmuseums um 36 Mio. Euro

36 Millionen Euro lässt sich das Land Tirol den Umbau des Ferdinandeums kosten. Ein EU-weit offener Architektenwettbewerb soll in Kürze ausgelobt, 2023 nach möglichst kurzer Schließzeit neu eröffnet werden.

Elisabeth Gürtler, die Aufsichtsratsvorsitzende der Tiroler Landesmuseen Betriebsgesellschaft, und LH Günther Platter (Bildmitte) beim Verlassen des Ferdinandeums nach der Präsentation der Umbaupläne für dieses.
© Foto TT/Rudy De Moor

Von Edith Schlocker

Innsbruck – Großaufgebot gestern im Ferdinandeum: LH Günther Platter samt der für Kultur bzw. Hochbau zuständigen Landesräte Beate Palfrader und Johannes Tratter sowie Barbara Psenner und Franz Pegger von Seiten des Vereins Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Elisabeth Gürtler als Aufsichtsratsvorsitzende der Tiroler Landesmuseen Betriebsgesellschaft und Michael Zechmann in Vertretung des erkrankten Museumsdirektors Peter Assmann, sind gestern gemeinsam angetreten, um zu verkünden, dass die Tiroler Landesregierung formell den Beschluss zum Umbau des Ferdinandeums gefasst hat. 36 Millionen Euro stellt das Land dem Museumsverein als Eigner der Immobilie und somit Bauherrn für den längst überfälligen Umbau dieses Tiroler „Heiligtums der Musen“ (LR Tratter) in ein zeitgemäßes Museum zur Verfügung.

Eine Million sofort, um das „tricky“ Vorhaben zu starten. Auf Basis der von einer Projektgruppe seit rund einem Jahr erarbeiteten Vorgaben soll bereits im Juli ein EU-weit offener, zweistufiger Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden, begleitet von den Innsbrucker ao-architekten sowie einer Wiener Anwaltskanzlei. 20 von einer Jury ausgewählte Projekte sollen im Herbst in eine zweite Stufe geschickt und mit der Realisierung des Sieger­entwurfs bereits Anfang 2021 gestartet werden.

Der ehrgeizige Zeitplan sieht die Fertigstellung des musealen Umbaus 2023 vor, dem Jahr, in dem das Landesmuseum seinen 200. Geburtstag feiert. Wenn es erst im Dezember so weit sei, sei das auch nicht tragisch, meint Franz Pegger. Wichtig sei, dass durch den Umbau das Ferdinandeum nach internationalen Standards für die Zukunft fit gemacht werde. Wobei es um viel mehr als nur um die Behebung von Mängeln, etwa in Sachen Barrierefreiheit gehe, sagt Barbara Psenner. Zentral sei die dringend notwendige Klärung der räumlichen Strukturen, etwa die Angleichung der unterschiedlichen Ebenen in den einzelnen Stockwerken. Aber auch der Kassen- und Shopbereich sowie die Zufahrt für Kunsttransporte sollen grundlegend neu gedacht werden.

Auch wenn die Hülle des denkmalgeschützten Musentempels äußerlich durch den Umbau weitgehend unangetastet bleiben wird, soll der architektonische Eingriff von heute auch äußerlich sichtbar werden. Den Visionen der Architekten soll hier natürlich nicht vorgegriffen werden, Pegger könnte sich aber gut vorstellen, dass dem Haus mittig ein mehrere hundert Quadratmeter großer Veranstaltungssaal aufgesetzt wird.

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Den dieses nicht zuletzt kulturtouristisch so wichtige „Aushängeschild des Landes“ (Palfrader) so dringend nötig hätte. Etwa für potente Sponsoren, die Elisabeth Gürtler an Land ziehen möchte. Genauso wie Sammler von Kunst, die animiert werden sollen, ihre Schätze öffentlich zu präsentieren. Mit dem Ziel, das Ferdinandeum zu einem lebendigen Treffpunkt für Jung und Alt, Einheimische wie Touristen zu machen.

Im kommenden Jahr sollen jedenfalls trotz des Umbaus noch Ausstellungen im Ferdinandeum zu sehen bzw. Teile der permanenten Schau­sammlung zugänglich sein. Sollte die absolute Schließzeit des Museums laut Franz Pegger doch so kurz wie möglich gehalten werden.


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