Prachensky: Malerei, die in den Genen liegt

Einige Mitglieder der Innsbrucker Familie Prachensky waren mit erstaunlichen Zweifachbegabungen gesegnet.

„Bergwiesen mit Gipfel“ (Ausschnitt), 1944 von Wilhelm Nikolaus Prachensky gemalt.
© Galerie Maier

Innsbruck – Einige Mitglieder der Innsbrucker Familie Prachensky waren mit erstaunlichen Zweifachbegabungen gesegnet. Etwa der 1888 geborene Theodor und sein zehn Jahre jüngerer Bruder Wilhelm Nikolaus Prachensky. Die beide für Tirol wichtige Architekten der Zwischenkriegszeit waren, für die die Malerei allerdings weit mehr als „nur“ ein schönes Hobby bedeutete.

Was die Ausstellung der Galerie Maier eindrucksvoll vorführt, die als Dritten im Bund noch Markus Prachensky, den Sohn von Wilhelm Nikolaus, mit an Bord geholt hat. Um in seiner Art Landschaftliches malerisch zu reflektieren, einen radikalen Wandel des Sehens vorzuführen. Die Reduktion des Realen zu abstrakten Farb- und Formkürzeln, um auf dies­e Weise in großem Gestus eine mit Stimmungen, Atmosphären und Emotionen aufgeladene Essenz der Wirklichkeit parallel zu dieser zu erfinden.

In totalem Gegensatz zu seinem Vater und Onkel, deren Anfänge noch im Sezessionistischen verwurzelt sind, bevor ihre Handschriften mehr und mehr expressiver wurden. Als Vielreisende war Landschaftliches ihr zentrales Thema. Von Wilhelm Nikolaus gern ausgebreitet in wunderbar toniger Monochromie, während es Theodor lieber sehr farbig mochte. Ausgereizt in seinen ganz späten Jahren in einer Reihe schöner, formal fast abstrakt daherkommender Blumenstillleben. (schlo)

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