Lebenshilfe im Bezirk Kitzbühel: Auf dem Weg zur Inklusion

Die Großeinrichtung der Lebenshilfe in Oberndorf wurde jetzt in fünf kleine Arbeitsangebote umgewandelt. Der Begriff „Werkstätten“ hat mittlerweile ausgedient.

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Nach Küchenumbau und Corona-Pause startet das Restaurant „naturtalent“ in der Aquarena in Kitzbühel wieder voll durch. Aus den früheren „Werkstätten“ der Lebenshilfe wurden „Arbeitsstandorte“.
© Lebenshilfe/Lechner

Oberndorf i. T, St. Johann i. T. – Es wird gepackt, übersiedelt und neu bezogen: Die Lebenshilfe im Bezirk Kitzbühel hat die Corona-Pause gut genützt und die in den vergangenen Jahren begonnene Umstrukturierung der Arbeitsangebote für Menschen mit Behinderungen abgeschlossen.

Derzeit herrscht im Restaurant „naturtalent“ der Lebenshilfe in der Aquarena in Kitzbühel Hochbetrieb. Vor wenigen Tagen wurde die Generalsanierung der Küche abgeschlossen, gestern startete der Betrieb. Bis dahin musste noch alles geputzt und eingeräumt werden.

Währenddessen werden in der St. Johanner Wegscheidgasse und in Oberndorf die Übersiedlungskartons gepackt und an den neuen Standort „naturtalent St. Johann“ in die Pass-Thurn-Straße gebracht.

Dieser Standort wird nun zur Drehscheibe für die Region: Hier finden sich alle Büros, die „Job.Chance.Tirol“, die Menschen in den Arbeitsmarkt vermittelt, und in Zukunft auch der „naturtalent Imkerei“-Shop. Bereits vor einem Jahr hat sich ein Team von sechs Menschen mit Behinderungen auf die Produktion von hochwertigem Honig spezialisiert.

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Neu genutzt wird auch der Standort „Arbeit St. Johann“ in der Salzburger Straße. Hier arbeitet das Außenteam des ehemaligen Arbeitsstandortes Oberndorf und auch der Reinigungsservice (früher in Kirchdorf) wird hier endlich barrierefrei arbeiten können. Weitere Arbeitsstandorte hat die Lebenshilfe mit dem „Archeneo“ im Gewerbegebiet in Oberndorf und mit dem „naturtalent“ in Brixen. Ebenso mit an Bord der Secondhandshop „Tauschbörse“ in Fieberbrunn, der bestehen bleibt.

„In der ganzen Region Kitzbühel haben wir Samen ausgeworfen, die jetzt Früchte tragen. Wir haben alle Arbeitsangebote neu ausgerichtet und eine Großeinrichtung wie in Oberndorf in fünf kleine, überschaubare Arbeitsangebote umgewandelt, die Menschen mit Behinderungen möglichst viele Perspektiven bieten“, erklärt Regionalleiter Markus Themel­. Ziel dieser Neustrukturierung ist ein klares Zeichen in Richtung Inklusion und Arbeitsmarkt. „Wir wollen Menschen und ihre Arbeitsleistungen sichtbar machen, sie dazu befähigen, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen“, meint Themel weiter.

Verabschiedet hat sich die Lebenshilfe auch von ihren „Werkstätten“. „Den ‚Werkstätten‘-Begriff gibt es bei uns nicht mehr, weil er nicht mehr zeitgemäß ist, vielmehr heißen die Standorte jetzt beispielsweise ‚Arbeit St. Johann‘ oder eben ‚naturtalent‘“, erklärt Themel.

Der Bedarf an Mitarbeitern bei der Lebenshilfe in der Region Kitzbühel wird in Zukunft steigen. Nach der Corona-bedingten Kurzarbeit an einzelnen Arbeitsstandorten sind alle 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schon wieder voll im Einsatz. Sie begleiten rund 90 Menschen mit Behinderungen beim Arbeiten in der Region. (mm)


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