Mazda MX-5 RF: Für Ästheten und Automobil-Puristen

Die Hardtop-Version des kultigen Flitzers kommt zwar ohne Fetzendacherl, doch so geht es in der Jubiläumsedition des Mazda MX-5 RF eben auf Knopfdruck zum Roadster-Cabrio-Charme.

Bekanntes Bild mit neuen Details: Die Hartdach-Lösung wurde ohne Kompromisse beim Design umgesetzt.
© Reinhard Fellner

Von Gregor Zoller

Igls – Der MX-5 hat Kultstatus. Der Roadster aus Fernost bleibt sich als einer der Letzten seiner Gattung treu, Mazda schafft es in stimmigen Modell-Updates immer wieder, Neuerungen ohne Abstriche bei der sehr gefälligen Formensprache einzubauen. So auch der jüngste Abkömmling, im TT-Test als G184 RF Edition 100, der Jubiläumsreihe zum hundertsten Geburtstag von Mazda.

Das Besondere: Dort wo im offenen MX-5 im Normalfall das Stoffdach verschwindet, wird hier mittels ausgeklügelter Mechanik und Technik das Hartdach verstaut. Gefaltet, um genau zu sein. Und zwar verschwindet der Mittelteil des Dachs unter dem fixen hinteren Part, der sich galant hebt und senkt während des Öffnungsvorgangs.

Konzeptionell sind das also Targa-Anleihen, doch sonstige Parallelen zu Porsches Klassik-911er gibt es naturgemäß wenige. Bei Mazda nennt sich die Variante mit Metall-Faltdach RF, „Retractable Fastback“. Hinter dieser Abkürzung, welche die Modellbezeichnung ziert, versteckt sich eben dieses „einziehbare Fließheck“ – mit Sicherheit eine Herausforderung für die Ingenieure von Mazda, denn Platz ist Mangelware im kultigen Roadster. Das muss auch so sein, passt es doch perfekt zum sehr direkten und authentischen Fahrerlebnis.

Wer sich in körperlicher Bestform in die Sportsitze geturnt hat und nun gefühlt wenige Zentimeter über dem Boden von unverschämt attraktivem dunkelroten Nappa-Leder umschmeichelt voll ins Cockpit des MX-5 eintaucht, der wartet sicher schon begierig darauf, den Roadster zum Leben zu erwecken.

Beim schicken roten Nappa-Leder lohnt sich der Blick in den kompakten Innenraum des Mazda MX-5 RF gleich doppelt.
© Reinhard Fellner

Der Startknopf gedrückt, schon ertönt der Soundtrack zum Glücklichsein: Da röhrt der 184-PS-Benziner zum ersten Mal auf und steht Gewehr bei Fuß für schnelle Kurven und spritzige Ausfahrten.

Wer MX-5 kennt und liebt, der weiß: Hier wird aus dem Handgelenk geschaltet. Knackiges Fahrwerk, extrem kurze Schaltwege und für so einen Winzling, der noch dazu stilecht als Hecktriebler daherkommt, wahrlich unerwartete Bodenhaftung – all das macht die Begeisterung aus.

Für Hünen (alles ab 1,90 in dem Fall) gibt’s freilich optimalere Fortbewegungsmittel. Vor allem bei wechselhaftem Frühsommerwetter, wenn das Hardtop oft geschlossen bleiben muss. Da empfiehlt es sich dann schon, den Ein- und Ausstieg gezielt und nicht allzu schwungvoll zu erledigen, damit die Frisur auch danach noch sitzt. Wenn dann jedoch während der Fahrt das Verdeck geöffnet wird, kommt es im Gegensatz dazu zu erstaunlich geringen Luftverwirbelungen, hier haben die Konstrukteure ganze Arbeit geleistet. Der Fahrtwind wird offenbar in ruhigen Bahnen über die schnittige Karosserie gelenkt und kaum in den Fahrgastraum gelassen.

Was bleibt: ein kultiger Roadster für richtig viel echten Fahrspaß, wo der automobile Purist gedanklich das Fetzendacherl aufreißt, um dann in den Sonnenuntergang zu brausen – und dabei nur auf das Knöpferl in der Mittelkonsole zu drücken braucht.

Die Technik

Motor: 4-Zylinder-Benziner

Hubraum: 1998 ccm

Drehmoment: 205 Nm bei 4000 U/min

Leistung: 135 kW/184 PS

L/B/H: 3915/1735/1235 mm

Gewicht: 1148/1305 kg

Kofferraumvolumen: 127 l

Tankinhalt: 45 l

Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h

0–100 km/h: 6,8 Sekunden

Verbrauch: 6,9 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Heckantrieb

Preis: 41.990 Euro

CO2-Emission: 155 g/km


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