Beschwerde abgewiesen: Radweg im Ötztal wird asphaltiert

Das Landesverwaltungsgericht weist die Beschwerde der Landesumweltanwaltschaft (LUA) gegen die Asphaltierung bei Tumpen ab. Der Ötztal Tourismus hofft auf einen „Weckruf“ Richtung LUA.

Der Ötztal Radweg ist noch nicht durchgängig asphaltiert. Der Ötztal Tourismus konnte nun in Tumpen eine große Hürde nehmen.
© Parth

Von Thomas Parth

Innsbruck – Der Ötztal Tourismus unter GF Oliver Schwarz macht keinen Hehl daraus, das Inntal mit dem Gardasee für Radfahrer verbinden zu wollen. Was touristisch als attraktiv erscheint, rief jedoch auch Skeptiker auf den Plan, im Speziellen die Landesumweltanwaltschaft. Sie nahm daran Anstoß, dass ein landschaftlich und ökologisch interessanter Abschnitt neben einem Wasserlauf bei Tumpen asphaltiert werden soll (die TT berichtete).

Der positive Umweltbescheid der Bezirkshauptmannschaft Imst wurde vor dem Landesverwaltungsgericht (LVwG) beeinsprucht, wobei am 28. Mai eine mündliche Verhandlung stattfand. Nun gibt das Gericht grünes Licht für eine Asphaltierung, indem die Beschwerde der LUA abgewiesen wird.

„Nach Jahren des Bemühens können wir nun endlich das tun, was im öffentlichen Interesse liegt, nämlich für eine sichere Radverbindung zwischen Tumpen und Habichen zu sorgen“, gibt sich GF Oliver Schwarz zufrieden. Für Fragen der Sicherheit oder auch der Wegerhaltung sowie aus Haftungsgründen bietet ein Aspaltbelag zweifelsfrei Vorteile. Darüber hinaus werden keine Baumfällungen vorgenommen und die Arbeiten rein auf den bestehenden Weg beschränkt bleiben, wofür eine umwelttechnische Bauaufsicht Sorge tragen werde.

„Wir haben während der Corona-Zeit Zählungen durchgeführt und festgestellt, dass bei schönem Wetter 400 Personen den Ötztal Radweg genutzt haben. Das waren Einheimische, weil Gäste waren ja keine da“, zeigt der Bike-Koordinator des Ötztal Tourismus, Dominik Linser, das Potenzial eines durchgängigen Radweges im Tal auf.

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„Uns wird oft vorgeworfen, dass der Tourismus für den Verkehr verantwortlich ist. Jetzt versuchen wir Einheimische wie Gäste auf den Radweg zu bekommen, dann werden wir abermals dafür geprügelt“, hegt Schwarz Unverständnis für den LUA-Einspruch. „Wir sind mit dem Projekt jetzt Jahre auf dem (Behörden-)Weg und versuchen eine einheitliche Lösung für das Ötztal anbieten zu können anstatt eines Fleckerlteppichs. Jetzt hat sich der enorme Aufwand gelohnt, wobei wir noch nicht sämtliche Teilabschnitte durchgängig asphaltieren konnten“, blickt Schwarz sorgenvoll in die Zukunft. „Wir hoffen, dass dieses Erkenntnis einen Weckruf Richtung LUA darstellt“, gibt Schwarz zu bedenken: „Es soll doch nicht so sein, dass jede kleine Asphaltierung jedes Mal ein derartiges Theater auslöst. Sonst sind wir bald im Jahre 2032 und der Radweg ist immer noch nicht fertig. Wir bauen ja schließlich kein Atomkraftwerk.“


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