Eine Alm samt Barockkirche im Tiroler Oberland

Zwei Almen, eine Kirche und dazwischen viel Natur und Einsamkeit: Von der Feldringalm ging es zur Stamser Alm, auf einem beschaulichen Weg über dem Inntal.

Die Feldringalm ist die erste Station der Wanderung.
© Irene Rapp

Von Irene Rapp

Haiming – Eigentlich sind die zwei Almen im Tiroler Oberland jede für sich schon einen Ausflug wert. Die idyllische, rund 70 Jahre alte Feldringalm auf 1888 Metern Seehöhe etwa kann vom Sattele/Haiminger Berg aus gemütlich zu Fuß erreicht werden (ideal für Familien, Gehzeit: 45 Minuten, keine offizielle MB-Strecke).Die Stamser Alm wiederum verlangt mehr Kraftaufwand: Sie ist auf einer rund 12 Kilometer langen Forststraße erreichbar, weswegen viele Mountain- und E-Biker zum Ziel auf 1873 Metern hinaufstrampeln (es handelt sich auch dabei um keine offiziell ausgewiesene MB-Strecke, geradelt wird trotzdem).

Dort oben steht aber nicht nur die Alm, sondern auch ein Jagdhaus und ein Kirchlein, bei dem es sich um die höchstgelegene Barockkirche Europas handelt.

Das Faltegartenköpfl.
© Irene Rapp

Am vergangenen Samstag haben wir die zwei Ziele verbunden: Von der Feldringalm aus ging es auf einem schönen, wenig begangenen Höhenweg zur Stamser Alm und wieder retour. Mit rund 14 Kilometern Fußmarsch ist ein schönes Stück zu gehen, dafür hat man nicht mit vielen Höhenmetern zu kämpfen. Alles in allem eine schöne Wanderung mit tollen Ausblicken.

So kommt man hin: Haiming ansteuern und von dort mit dem Auto Richtung Haiminger Berg bzw. Sattele auf 1690 Metern, dem Übergang zum Kühtai. Diese Straße ist bei Radfahrern sehr beliebt, wir haben zahlreiche davon überholt. Am Sattele das Fahrzeug abstellen und den Wegweisern zur Feldringalm folgen. Auf einem Forstweg geht es gemütlich zu der Einkehr hinauf, einige Male lässt sich der Weg abkürzen.

Nicht nur vom Bärlehnkreuz aus hat man wunderbare Tiefblicke ins Inntal.

An der Alm geht man dann vorbei und folgt dem Steig in südöstlicher Richtung hinauf in den Wald. Nur kurz wird es steiler, dann erreicht man die Hochebene der durch umstrittene Liftpläne bekannten Feldringer Böden.

Hier hält man sich auf dem linken Steig und nähert sich wieder einem Waldstück, kurz hinauf und auf die nächste kleine Hochebene. Überall grast Weidevieh (Hundehalter aufgepasst!), links sieht man in der Ferne das Gipfelkreuz des Faltegartenköpfl (2184 m). Gemütlich geht es hinauf, den Steig zum Faltegartenköpfl nimmt man aber nicht, sondern geht daran vorbei bis zu einem Wegweiser. Hier steigt man kurz ab auf einen schönen Almboden und bewegt sich nun in östlicher Richtung. Das Gelände wartet mit vielen Almrosen auf, mitunter geht es wieder kurz durch bewaldete Flächen und ab und zu muss ein Bach überquert werden. Dass der Weg nicht viel begangen ist, erkennt man gut: Markierungen sind jedoch fast immer vorhanden und sonst muss man halt einfach die Augen offen halten.

Das Gelände wartet mit vielen Almrosen auf, mitunter geht es wieder kurz durch bewaldete Flächen und ab und zu muss ein Bach überquert werden.

In leichtem Auf und Ab geht es so dahin, immer wieder muss man ins Inntal blicken, so schön liegt es einem zu Füßen. Unterhalb des Predigtstuhls (2283 m) geht es vorbei und dann erreicht man ein anderes Gipfelkreuz – das Bärlehnkreuz, das auf einer Kuppe steht, ein schöner Aussichtsplatz zum Rasten. Von hier aus könnte man auch auf den im Winter beliebten Pirchkogel (2828m) wandern. Ab hier dann nur noch bergab zur Stamser Alm, die man in rund 45 Minuten erreicht. Davor gilt es noch einen schönen, ebenen Boden zu überqueren – doch Achtung: Hier unbedingt auf dem Steig bleiben, da man sonst Gefahr läuft, nasse Schuhe zu bekommen (immer wieder sumpfige Böden).

Nun noch kurz durch ein Waldstück und dann steht man vor dem Almgebäude sowie den anderen Häusern. Denn hier heroben, auf 1873 Metern Seehöhe, ließ das Stift Stams Ende des 18. Jahrhunderts ein Wohnhaus sowie das Kirchlein „Maria Heimsuchung“ errichten.

Das Ziel der Wanderung: Die Stamser Alm.

In der Folge erholten sich hier die Ordensleute des Stifts. Heute ist das Gebäude an Jäger verpachtet und das Areal umzäunt. Die Alm wird von Christoph Eiterer und seiner Familie aus Kaunerberg bewirtschaftet. Rund 160 Stück Rinder und Pferde tummeln sich in diesem Kessel und weil das viel Arbeit bedeutet, hat die Alm im Juni nicht täglich geöffnet (Getränke gibt es allerdings im Brunnen). Erst im Juli ist täglich geöffnet, sagt Eiterer.

Zurück geht es dann auf demselben Weg. Und nur der Anstieg hinauf zum Bärlehnkreuz ist – möglicherweise nach einem Essen auf der Stamser Alm – ein wenig anstrengend. Dann wieder gemütlich dahin und wer will, kann auf dem Rückweg noch das Faltegartenköpfl mitnehmen. Eine andere Möglichkeit, zur Feldringalm zurückzukehren, gibt es auch: Wir lassen das Faltegartenköpfl links liegen und halten uns an den Bettlersteig.

Dieser zweigt ab, bevor man den kurzen Aufstieg zum Faltegartenköpfl nimmt, und führt nun westwärts durch idyllische Almhänge und Waldsteige in stetigem leichten Auf und Ab hinab zur Alm. Und auch hier gilt: Genau schauen, denn dieser Weg ist ebenfalls nicht viel begangen. Ab der Feldringalm ist der Weg zurück dann wieder klar.

© TT

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