Verbraucherschutzverein: Fehler bei Ischgl-Ausreise eklatant

Ein Umfrage des Verbraucherschutzvereins unter Ischgl-Urlaubern zeigt: Der Großteil wurde bei der Ausreise nicht erfasst. TVB wehrt sich.

Wien, Innsbruck –Die Räumung des Paznauntales am 13. März im Zuge der behördlich ausgerufenen Quarantäne war illegal. Zu diesem Schluss kommt jetzt der Obmann des Verbraucherschutzvereins (VSV), Peter Kolba. Auch angesichts der Meldungen hinsichtlich einer alles anderen als geordneten Abreise der Gäste hat der VSV – er vertritt zahlreiche Geschädigte – nun selbst eine Umfrage unter rund 1400 Gästen (Rücklauf: rund ein Drittel), die Ischgl am 13. März verlassen haben, veranlasst.

Und zwar, ob sie – wie von der Bezirkshauptmannschaft Landeck angeordnet worden war – vor ihrer Abreise einerseits ihre Personendaten bekannt gegeben bzw. ein Informationsschreiben ausgehändigt bekommen haben. Der VSV gibt an, dass 37 Prozent der Befragten ein Personenblatt ausgefüllt und abgegeben haben. Knapp 13 Prozent hätten aber nur ein Infoblatt ausgehändigt bekommen. Indes sollen 47 Prozent angegeben haben, dass sie am 13. März bereits zu Mittag, 78 Prozent bis 16 Uhr abgereist waren.

Für Kolba steht daher fest, dass die Vorgaben der Behörden in Ischgl „vor Ort – etwa durch informelle Vorabinformationen – schlicht unterlaufen“ worden seien. So soll auch österreichischen Gästen noch geraten worden sein, das Tal schnellstens zu verlassen, obwohl diese vor Ort in Quarantäne gehen hätten sollen. Angestellte seien bereits am Vormittag – die Quarantäne wurde erst um 14 Uhr verkündet – zur Abreise abgefordert worden. Für den VSV ist klar, dass „der TVB, die Gemeinde und die Hotels ganz bewusst die Verordnung der BH Land­eck unterlaufen haben“.

Der Einsatzstab des Landes verweist darauf, dass ein mit dem Bund abgestimmtes Gästeausreiseblatt den TVB übermittelt und von diesen an Betriebe und Gäste ausgehändigt worden sei. Die Durchschriften seien dann ans Land und von dort weiter an den Bund zur Information der Herkunftsländer übermittel worden. Zusätzlich seien die Gästedatensätze erhoben und an den Bund weitergeleitet worden. Der TVB Ischgl betonte, „sämtliche Informationen nach Erhalt umgehend an alle Vermieter weitergeleitet“ zu haben. (TT, mami)

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