Hohe Auszeichnung für Innsbrucker Physikerin De las Cuevas

Gemma De las Cuevas erhielt den mit 1,2 Millionen Euro dotierten Start-Preis. An einer spektakulären Entdeckung waren Innsbrucker Astrophysiker beteiligt.

Gemma De las Cuevas ist Assistenzprofessorin am Institut für Theoretische Physik und forscht zu so genannten Universellen Systemen.
© FWF/Dominik Pfeifer

Innsbruck, Wien – Die Forscherinnen und Forscher der physikalischen Institute der Uni Innsbruck sorgen wieder einmal für Furore. Während Tiroler Astrophysiker herausfanden, wo und wie höchst­energetische Gammastrahlung in der zwölf Millionen Lichtjahre entfernten Radiogalaxie Centaurus A entsteht, wurde die junge theoretische Physikerin Gemma De las Cuevas mit dem mit bis zu 1,2 Millionen Euro dotierten Start-Preis ausgezeichnet.

„Ich bin dankbar, froh und aufgeregt, dass ich diese Chance habe“, sagt De las Cuevas, die gestern in Wien ihren Preis entgegennahm. Zugesprochen bekam sie diesen für Forschungen an der Schnittstelle von Physik, Computerwissenschaften und Künstlicher Intelligenz. De las Cuevas, die als Assistenzprofessorin an der Uni Innsbruck arbeitet, beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit so genannten Universellen Systemen, die auf Basis weniger Regeln äußerst komplex werden können. Das Start-Programm, finanziert aus dem Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF), richtet sich an junge Spitzenwissenschafter aller Disziplinen. Durch die finanzielle Absicherung sollen sie ihre Untersuchungen auf längere Sicht planen können.

Der Ursprung der Gammastrahlung, die von der Radiogalaxie Centaurus A ausgeht, liegt im so genannten Jet – einem riesigen, gerichteten Materiestrom. Diese Erkenntnis publizierte eine internationale Forschergruppe mit Beteiligung von Astrophysikern aus Innsbruck im Fachjournal Nature. Radiogalaxien besitzen ein aktives und hell leuchtendes Zentrum, aus dem gewaltige Ströme von Materie ausgestoßen werden. Ihre Energie beziehen diese Jets vermutlich von extrem massereichen Schwarzen Löchern, die hundert Millionen bis einige Milliarden Sonnenmassen haben. Bisher war unklar, ob die von Centaurus A ausgesendete höchstenergetische Gammastrahlung vom Galaxienkern oder vom Jet emittiert wird, erklärte Markus Holler vom Institut für Astro- und Teilchenphysik der Universität Innsbruck gestern in einer Aussendung. (TT)


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