ÖAV mit Videoreihe zu Gefahr am Klettersteig: „Risiko wird unterschätzt“

Videos des Alpenvereins sollen über Klettersteig-Gefahren aufklären.

Hier ist zu viel los: Abstand halten ist am Klettersteig – nicht nur wegen Corona – eine Grundregel.
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Innsbruck – Der Österreichische Alpenverein (ÖAV) versucht auf neuen Wegen das Erlebnis Klettersteig sicherer zu machen. Um die steigenden Unfallzahlen bei diesem Bergsport-Trend in den Griff zu bekommen, wurde die Videoreihe „Sicherheit am Klettersteig“ vorgestellt. Diese Saison wird ohnehin herausfordernd. Auf der einen Seite erhofft sich der Alpenverein, dass viele Urlauber nach Tirol reisen und das Angebot der 117 Klettersteige wahrnehmen. Auf der anderen Seite seien „Staus bei beliebten Routen“ schon ein Problem, sagt Michael Larcher, Leiter der Abteilung Bergsport.

Im Schnitt sechs Todesfälle pro Jahr in Österreich – Anfang Juni stürzte eine Frau in Oberösterreich ab, weil sie das Klettersteig-Set falsch am Gurt befestigt hatte – sind laut den Experten zu viel und alle zu vermeiden. „An sich ist man 100 Prozent sicher, wenn man sich richtig verhält“, erklärt Larcher. Bei der Schätzung, wie viele Klettersteig-Geher in Tirol tatsächlich laut Lehrbuch unterwegs sind, mit richtiger Ausrüstung, Technik und ausreichend Kondition, setzt er die Zahl tief an: „Das sind vielleicht 3 von 10.“

ÖAV-Präsident Andreas Ermacora zählt die häufigsten Fehler auf: „Die Leute sind schlecht vorbereitet, trinken zu wenig, sie sind erschöpft oder überschätzen sich.“

Durch die Kooperation mit dem Verein Climbers Paradise, der Routen online vorstellt, sollen vor allem Urlaubsgäste erreicht werden. Bei dieser Zielgruppe ortet der Alpenverein Aufklärungsbedarf: „Die unterschätzen das Risiko. Viele glauben, der Klettersteig ist so gefahrlos wie ein Hochseilgarten“, sagt Larcher. Dass dem nicht so ist und wie wichtig die Ausrüstung ist oder wie man richtig steigt, sollen die fünf Videos (unter www.sicheramberg.at) zeigen. (chris)


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