Innsbrucker SPÖ: "Keine Rad­offensive ohne Schutz für Fußgänger"

Die Innsbrucker SPÖ fordert eine Infokampagne gegen das Radfahren in Fußgängerzonen, am Gehsteig oder Schutzweg. Oft komme es zu gefährlichen Situationen in der Stadt.

Beim Ein- und Aussteigen in die Öffis kommt es besonders in der Innsbrucker Museumstraße (Bild) regelmäßig zu brenzligen Situationen zwischen Radfahrern und Fußgängern.
© Foto Rudy De Moor

Innsbruck – Eines schickt der Innsbrucker SPÖ-Klubobmann Helmut Buchacher voraus: Seine Fraktion stehe voll hinter der Radoffensive in der Stadt, einem zentralen Punkt des koalitionären Arbeitsprogramms. Aber: In der „Fahrradeuphorie“ – die durch die Covid-19-Kris­e einen weiteren Schub bekommen hat – dürfe nicht auf die schwächsten Verkehrsteilnehmer vergessen werden, die „buchstäblich unter die Räder zu kommen“ drohten: „Es kann keine Rad­offensive ohne Schutz für die Fußgänger geben.“

Hier gehe es vor allem um Zonen, in denen Fußgänger und Radfahrer, aber auch die Nutzer von E-Scootern auf demselben Raum am Verkehr teilnehmen, sich gegenseitig behindern und gefährden. Täglich sei zu beobachten, dass Rad- und E-Scooter-Fahrer „wissentlich am Gehsteig, in Fußgängerzonen oder auf Zebrastreifen unterwegs sind“. Auch Fahrgäste von Bus und Tram würden beim Ein- und Aussteigen oft von Radfahrern gefährdet, speziell in der Museumstraße. Weise man auf solche „haarigen Situationen hin“, ernte man häufig aggressive Reaktionen. „Vereinzelte Kontrollen lösen die Probleme nicht.“

SPÖ-Klubobmann Helmut Buchacher plädiert weiter für eine neue Rad- und Fußwegbrücke über den Inn.
© SPÖ

Für Buchacher ist klar: Es brauche „endlich Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung“ – besonders um Kinder, ältere Personen oder Menschen mit Behinderung zu schützen.

Die SPÖ stellt daher in der Gemeinderatssitzung am 25. Juni einen Prüfantrag für eine Informationskampagne, bei der die Sicherheit der Fußgänger im Fokus stehen soll. Schilder im öffentlichen Raum, „die auf sympathische Weise darauf hinweisen, dass z. B. Radfahren auf Gehsteigen nicht in Ordnung ist“, Info­folder, Aktionismus und Aufklärungsarbeit direkt an den Hotspots: In Wien oder Klagenfurt hab­e das schon gefruchtet.

Im SPÖ-Antrag wird BM Georg Willi (Grüne) aufgefordert, die zuständigen Stellen im Stadtmagistrat unverzüglich mit einem Konzept für eine solche Infokampagne zu beauftragen. Ziel sei, das „wechselseitige Verständnis“ der Verkehrsteilnehmer zu fördern.

DIe Rad- und Fußwegbrücke an die Mühlauer Eisenbahnbrücke „anzuhängen“, ist aber nicht möglich.
© SPÖ

Zugleich bekennt sich die SPÖ zu einem Ausbau der Radinfrastruktur – und erneuert ihre Forderung nach einer Fuß- und Radwegbrücke über den Inn, um die Stadtteile Saggen, Reichenau und Pradl bzw. Mühlau und Arzl, die auf einer Länge von zwei Kilometern durch den Inn getrennt seien, zu verbinden. Buchachers ursprüngliche Idee, einen Rad- und Fußsteig direkt an die Mühlauer Eisenbahn­brücke anzuhängen, ist nicht umsetzbar, da diese unter Denkmalschutz steht. Aber ober- oder unterhalb der Sillmündung solle – trotz der schwierigen Finanzlage – die Umsetzung einer Brücke in Leichtbauweise geprüft werden, so Buchacher.

Mobilitätsstadträtin Vize-BM Uschi Schwarzl (Grüne) verweist auf den „Masterplan Radverkehr“, an dem man derzeit noch intensiv arbeite und der im Herbst „breit der Öffentlichkeit kommuniziert werden soll“. Darin spielten – neben neuen Streckenführungen oder zusätzlichen Radabstellplätzen – die Themen Sicherheit und Bewusstseinsbildung eine wichtige Rolle. In der Mentoring-­Gruppe sei auch die SPÖ vertreten. Und: Neben „allen Wunschlinien“ werde der „Masterplan Rad“ mehrere Vorschläge für neue Brücken enthalten, erklärt Schwarzl, auch in dem von der SPÖ genannten Bereich. (md)


Kommentieren


Schlagworte