Deutliches Plus bei Beziehern von Mindestsicherung befürchtet

In Bundesländern schon Plus an Mindestsicherungsbeziehern. In Tirol wird von einem Anstieg im Juni ausgegangen.

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Eine Folge der Corona-Krise: Mehr Menschen als vorher benötigen finanzielle Hilfe.
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Wien – In Österreich wird wegen der Corona-Krise ein deutliches Plus bei den Mindestsicherungsbeziehern befürchtet. Wiens SPÖ-Sozialstadtrat Peter Hacker geht von einem „dramatischen“ Anstieg aus. In anderen Bundesländer sind die Zahlen schon höher als davor.

In Kärnten ein wenig. Im Februar haben 3517 Menschen dieser Hilfe bedurft, im März 3527, im April 3536. Im Mai sind es 3729 gewesen. Stark gestiegen ist die Zahl der Anträge für die vom Land gewährte „Hilfe in besonderen Lebenslagen“, einen einmaligen, zweckgebundenen Zuschuss: Im März waren es 139, im April 318. Im Mai wurden – laut vorläufigen Zahlen – 299 Anträge gestellt. Die Anträge kommen vermehrt von Menschen aus der Mittelschicht, wohl bedingt durch Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit.

In der Steiermark ist der Bedarf an Mindestsicherung um knapp fünf Prozent gestiegen: von 16.040 im Februar auf 16.663 im April. Im Mai benötigten 16.656 Menschen die Finanzunterstützung. Es könnten mehr werden, weil die Leistungsbezugsdaten teils rückwirkend erfasst werden.

In Salzburg haben 2019 im Schnitt 7600 Menschen Mindestsicherung bezogen – weniger als 2018. Im ersten Quartal 2020 gab es ebenfalls weniger Anträge; daran habe sich bis dato nichts geändert, heißt es. Das liege daran, dass noch AMS-Zahlungen laufen. Sei es damit vorbei, werde die Zahl der Mindestsicherungsbezieher steigen.

In Vorarlberg gab es im Mai eine Steigerung – bei den Fallzahlen und den Ausgaben von drei Prozent gegenüber dem April. Im Mai haben 6564 Leute in 2669 Haushalten Mindestsicherung bezogen. Gegenüber März ein Plus von 411 Personen (6153 in 2458 Haushalten).

In Niederösterreich wird zwischen Beziehern von Mindestsicherung und solchen einer Leistung nach dem Sozialhilfe-Ausführungsgesetz unterschieden. Die Empfängerzahl sei von 15.229 im März auf 13.998 im Mai zurückgegangen, heißt es. Um die Zahlen im Hinblick auf die Auswirkungen der Corona-Krise zu interpretieren, sei es „zu früh“. Für Oberösterreich liegen bisher nur Zahlen bis April vor. Diese zeigten – vorerst – eine stabile Entwicklung.

Noch gering wirkt sich Corona-Krise dahingehend in Tirol aus. Es wird aber mit einem Anstieg ab Juni gerechnet. Im Mai haben 8733 Menschen die Mindestsicherung beansprucht, im April waren es 8915. (APA, TT)


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