Prozess gegen Tiroler in Innsbruck: Millionen zugesagt, aber nie geliefert

Tage soll ab heute der Prozess gegen einen Tiroler (54) am Landesgericht Innsbruck dauern, der wegen Investorenbetrugs angeklagt ist.

(Symbolfoto)
© TT/Julia Hammerle

Innsbruck – Am Gardasee hatte vor seiner Verhaftung im letzten Jahr ein 54-jähriger Tiroler residiert. Der Mann war nach außen als Präsident von Finanzierungsgesellschaften aufgetreten und mit seinen Geschäften in das Visier der eigenen Hausbank (Geldwäscheverdacht) geraten. Dabei interessierten sich auch das Tiroler und Salzburger Landeskriminalamt für den Mann, der Investoren und Unternehmern Beträge bis in Milliardenhöhe in Aussicht gestellt und dafür Kreditkosten (Arrangement Fees) verrechnet hatte. So jedenfalls die Ermittler.

Laut Landesgericht hat es der ab heute stattfindende Prozess gegen den 54-Jährigen jedenfalls in sich. Dieser habe durch Täuschung über seine Finanz-Geschäftsmodelle mehrere Investoren aus Österreich, Deutschland und der Schweiz zu (teils Darlehens-)Zahlungen und andere Personen zu Leistungen veranlasst. Die Getäuschten sollen dadurch um nicht weniger als 1,8 Millionen Euro geschädigt worden sein.

Die Innsbrucker Staatsanwaltschaft sieht dadurch wiederum in ganzes Bündel von Vermögensdelikten verwirklicht: Gewerbsmäßig schwerer Betrug, Veruntreuung und Urkundenfälschung – es drohen bis zu zehn Jahre Haft. Bis zum sechsten Juli könnte sich der von Richterin Helga Moser geleitete Prozess über fünf Termine ziehen – für den als unbescholten anzusehenden 54-Jährigen gilt die Unschuldsvermutung.

Für die Ermittler scheint der Fall klar: Demnach habe der Tiroler als Präsident einer Finanzierungsgesellschaft und eines Finanzvereins Geschäftspartnern unter Vorspielung von Garantien oder Kontakten zu Dubai oder der Bank von England die Vermittlung von Geldbeträgen bis zum dreistelligen Millionenbereich versprochen – jeweils gegen Gebühren.

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Für die Anklagebehörde ist all den Geschäften nur eines gemein: Nämlich, dass der Angeklagte keine einzige der zeitlich auffallend knappen und ungewöhnlich hohen Rückzahlungszusagen für Gebühren oder Darlehen einhalten konnte und den Geschädigten immer neue Gründe nannte, warum die Gelder auch diesmal nicht fließen würden. Keine einzige Geldzusage soll letztlich gehalten haben. (fell)


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