Janka schafft Sprung in die USA: „Für mich geht ein Lebenstraum in Erfüllung“

TI-volley-Spielerin Nora Janka (19) will in den USA Volleyball-Profi werden. Die University of Illinois bietet ihr dabei alle Möglichkeiten.

Ein Leben für den Volleyball-Sport: Die Innsbruckerin Nora Janka will in den USA Profi werden.
© TI-volley

Von Daniel Suckert

Innsbruck – Von Innsbruck aus über den Großen Teich und Profi in den USA werden – Zeilen wie diese hat man bisher fast immer mit dem Football in Verbindung gebracht. Mit Nora Janka hat nun eine Volleyballerin den Sprung ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten geschafft. An der University of Illinois hat sich die 19-Jährige für ein vierjähriges Stipendium empfehlen können.

„Ich kann mir keine besser­e Uni vorstellen“, erklärt die Innsbruckerin mit einem breiten Lächeln auf den Lippen. „Die spielen in der höchsten Division und generell hat Volleyball dort einen hohen Stellenwert.“ Der Sprung in die große Volleyball-Welt war kein leichter, sondern langwierig, und gelang über eine Art Casting: Englisch-Tests waren zu absolvieren und parallel wurden hochgeladene Videos ihrer Spiele bei der TI-volley genau ins Visier genommen.

Dementsprechend groß war die Freude, als das Ja kam. Das schien auch die damals akuten Einschränkungen der Corona-Pandemie zu übertünchen. Janka: „Seit Anfang Mai haben wir fünfmal die Woche Workouts, zusätzlich stehen Videoanalysen auf dem Programm und jeden Sonntag gibt es Video-Teammeetings.“ Die Saison startet im August (bis Dezember), noch muss Janka auf das Visum warten.

Mit der akuten Rassismus-Thematik musste sich die ehemalige Sport-BORG-Schülerin auch schon aktiv auseinandersetzen: „Es gibt sehr viele Meetings, Podcasts und Lehrvideos, die wir uns ansehen bzw. anhören. Wir wissen ja nicht wirklich, wie es sich anfühlt, schwarz zu sein. Ich muss auch ehrlich sagen, mir war das nicht so bewusst, wie schlecht es den Schwarzen in den USA geht. Die Uni bemüht sich sehr, dass das Them­a nicht in den Hintergrund gerückt wird.“

Für ihren Lebenstraum hat Janka immer alles gegeben. Seit sie elf Jahre alt ist, trug sie das TI-Dress. Zusammen mit ihrer Schwester spielte sie zuletzt in der ersten Mannschaft des Tiroler Erstliga-Clubs. Der Stolz von Obmann Michael „Much“ Falkner kennt dementsprechend keine Grenzen.

In Übersee wird Janka aber eine andere Volleyball-Welt erleben. Ihre Sportart genießt nach Football und Basketball den höchsten Stellenwert. Die Leidenschaft für den Sport auf dem glänzenden Parkett entspricht nicht nur ihren Vorstellungen, sondern „es ist vor allem die Möglichkeit, Sport und Studium perfekt verbinden zu können. Diese Möglichkei­t habe ich in Europ­a nicht.“ Am Ende des vierjährigen Aufenthalts soll nicht nur ein Wirtschafts-Abschluss stehen, sondern auch die Möglichkeit, als Prof­i davo­n zu leben.

Verkehrte Welten, wenn man zugleich an Tirol denkt. Hier hat der Enthusiasmus rund ums Volleyball in den letzten zehn Jahren abgenommen. Janka: „Wir haben uns in der Mannschaft oft darüber unterhalten. Vielleicht sind es die angesetzten Spielzeiten am Samstagnachmittag – am Ende des Tages konnten wir es uns nicht erklären.“

Das muss sie jetzt auch nicht mehr. Tausende Kilometer von der Tiroler Landeshauptstadt entfernt, beginnt bald ein neues Kapitel ihres noch jungen Lebens. Eines, auf das sie mit jeder Menge Motivation und Vorfreude bereits heute blickt.


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