10 Prozent weniger: Fügener heizen nun billiger

Bei der Generalversammlung der Fügener Ortswärme wurde hitzig diskutiert. Nun wird der Wärmepreis ab Juli um 10 % gesenkt.

Seit 20 Jahren gibt es die Fügener Ortswärme. Aber so wie heuer wurde noch nie über den Verbraucherpreis diskutiert.
© Fankhauser

Von Eva-Maria Fankhauser

Fügen – Eine solche Diskussion gab es bei den Versammlungen der Ortswärme Fügen wohl noch nie. Zum einen, weil es darum ging, den Preis deutlich zu senken, und zum anderen, weil die Mitglieder emotionsgeladen und lautstark ihrer Meinung Ausdruck verliehen.

Bei der Generalversammlung stellte BM Dominik Mainusc­h (die Gemeinde hält 25 % an der Fernwärme) den Antrag, dass man ab dem 1. Juli den Heizpreis für alle Abnehmer – mit Ausnahme der Therme Fügen – um 10 % senkt. Das solle aber eine fixe Senkung sein, denn der Ortschef will vermeiden, dass im nächsten Jahr der Preis wieder deutlich ansteigt. Laut ihm kann man sich die Senkung locker leisten: Die Gewinne seien hoch, die Bilanz sehr gut. „Durch Corona stehen wir vor einer großen Herausforderung. Wir müssen nun dort, wo wir können, für die Betrieb­e eine Entlastung schaffen. Und wo ginge das besser als bei der Ortswärme?“, fragte er. Er betonte, dass man das Wärme­netz für den Ort errichtet hat, um günstige und saubere Energie zur Verfügung zu stellen. „Und nicht, um sich eine goldene Nase zu verdienen.“ Eine jährliche Anpassung an den Index sei in Ordnung, alles Weitere aber zu viel.

Der Aufsichtsrat der Ortswärme und Geschäftsführer Franz Opbacher stellten daraufhin ein Gegenangebot: 5 % Preissenkung ab 1. Juli. „Und dieser Preis wird auf zwei Jahre eingefroren“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender und VBM Olive­r Anker.

BM Mainusch beharrte auf den 10 %. Dafür erntete er Zurufe wie „unverantwortlich“ oder „Wir sind doch kein Wohltätigkeitsverein“. Es wurd­e in Frage gestellt, ob sich die Ortswärme eine so massive Senkung leisten könne, wie man das errechnen wolle und warum man den Preis nicht nur einmalig senke könne, quasi ein Corona-Bonus. Es entstand ein hitziges Wortgefecht, vor allem von Seiten der Installationsunternehmer und der Chefs der Firma Binder. Die Befürchtung, dass man sich mit dieser fixen Preissenkung in den Ruin stürze, wurde immer lauter. „Ich verstehe nicht, wie man da um fünf Prozent auf oder ab so diskutieren kann. Ich glaube, es steht außer Frage, dass wir etwas tun müssen und die Leute entlasten sollten“, warf Alois Huber ein. Hotelier Friedl Heim stimmt ihm zu: „Und wenn etwas passiert, dann werden wir uns schon Geld leihen können.“ Unternehmer Othmar Schober versuchte mit einer dritten Variante eine Kompromisslösung zu finden.

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Doch am Ende stimmte der Großteil für die 10-%-Preissenkung des Bürgermeisters. Das dürfte viele Fügener freuen, denn in den letzten Monaten gab es immer öfter Beschwerden über den hohen Preis. Das könnte auch der Grund sein, warum sich die Zahl der Neuanschlüsse in den letzten sechs Jahren nur um knapp 60 Haushalte erhöhte.


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