Geheimbund der Guglmänner schlägt vor: Der „Kini“ soll vom Berg strahlen

Der Aschauer Bürgermeister Simon Frank staunte nicht schlecht: Der Geheimbund der Guglmänner will einer Postkarte zufolge das Porträt von Ludwig II in die Kampenwand meißeln.

Der Kopf von Ludwig dem II in der Kampenwand verewigt. So präsentieren die Guglmänner auf der Homepage ihre Idee.
© Guglmänner

Von Wolfgang Otter

Kufstein, Aschau i. Ch. – Ihr Auftreten ist mysteriös, ihre Mission jedoch eine offene: Die Guglmänner huldigen dem „Kini“, also dem bayerischen Monarchen Ludwig dem II. Dazu gehört auch, dass die Geheimorganisation die auf alle Fälle tragischen Todesumstände von Ludwig als feigen Mord bezeichnen. Dem „Kini“ wollen die Monarchieverfechter jetzt ein Denkmal setzen. Eines, das weit über den Chiemgau strahlen und dem Mount Rushmore National Memorial in den USA ebenbürtig sein soll. Denn was für einen Präsidenten recht ist, kann für den „Kini“ nur billig sein.

Der Aschauer Bürgermeister Simon Frank staunte nicht schlecht, als er eine Postkarte in der Hand hielt, auf der ein König-Ludwig-II-Memorial in die Kampenwand hineinretuschiert ist. Obwohl die Guglmänner geheim sind, betreibt die Organisation hochoffiziell eine Internetseite unter der Adresse guglmann.de. Und da kann diese Karte angefordert werden.

„Wir bitten Eure Exzellenz, sich der genialen Idee der Guglmänner anzuschließen und sich für die Realisierung dieses singulären Ludwigsmonuments einzusetzen“, ist darauf in geschnörkelter Schrift und Wortwahl zu lesen. Mit Exzellenz ist „Ministerpräsident Dr. Markus Söder“ gemeint. An ihn sollen die Unterstützer die Karte weiterschicken.

Der Vorschlag schlägt in Bayern Wellen, wie auch ein Artikel im Oberbayerischen Volksblatt zeigt. Wobei die Organisation aufgrund ihrer spektakulären Aktionen bestens bekannt ist. Guglmänner gab es schon lange vor dem Tod des „Kini“ vor 134 Jahren. Ursprünglich wurden Begleiter eines Trauerzuges so genannt, benannt nach der Kapuze, der Gugl, die sie tragen. Seit 30 Jahren denkt man in Bayern aber vor allem an den Geheimbund.

Weniger begeistert, sondern eher amüsiert ist man im Aschauer Gemeindeamt und dem Tourismusverband über den Vorschlag. Zum einen ist das nahe der Tiroler Grenze liegende Massiv im Privatbesitz und zum anderen dürfte der Umweltschutz ohnedies keine Freude damit haben, kann man sich im Ort eine Umsetzung nicht vorstellen. Die 1664 Meter hohe Kampenwand, von der aus sich ein atemberaubender Blick auf den Chiemsee auftut, sei zudem bereits ein Magnet für Wanderer und Kletterer. Und dieser Ansturm reiche aus.


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