WSG Tirol will im Abstiegskracher gegen St. Pölten alles, nur kein Déjà-vu

Bereits zweimal schoss St. Pölten die WSG Tirol in dieser Saison mit fünf Toren aus dem Stadion. Das soll heute (20.30 Uhr, TT.com-Live-Ticker) ganz anders werden. Torjäger Yeboah kehrt in den WSG-Kader zurück.

Zum Auftakt der Qualifikationsrunde stellte Cory Burke der WSG Tirol mit drei Treffern unlösbare Aufgaben. Ob sich ihm heute wieder Bruno Soares entgegenstellen kann, stand gestern noch in den Sternen.
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Von Tobias Waidhofer

Wattens – Während Thomas Silberberger gegenüber seiner Mannschaft zuletzt das Zuckerbrot stecken ließ und die sprichwörtliche Peitsche (zumindest in verbaler Form) aus der Kiste holte, musste sich der Trainer selbst von seinem behandelnden Arzt, Primar Martin Lutz, keine mahnenden Worte anhören. Trotz all der Emotionen der letzten Wochen – den positiven gegen die Admira und den negativen gegen die Austria –, die auch am „Silbi“ nicht spurlos vorbeigingen: „Er ist zufrieden mit dem Fortschritt.“

Ganz anders also als der Coach. Und jetzt wartet auch noch ein Angstgegner: In drei Saison-Duellen mit St. Pölten gab es gerade einmal einen Punkt (1:1/11. August 2019). Die zwei anderen Matches endeten jeweils mit fünf Gegentreffern (1:5, 1:5) – 3:11 lautet die ernüchternde Tordifferenz aus Tiroler Sicht. Aber warum tut man sich gegen die Wölfe aus Niederösterreich so schwer? „Die Matches weisen Parallelen auf. Daheim lagen wir nach 15 Minuten 0:3 im Rückstand, auswärts nach 22 Minuten. Und dann sind die Spiele in der Bundesliga nun einmal verloren“, weiß der Trainer, wie wichtig es heute wäre, „kein Déjà-vu zu erleben“.

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Einer, der zum Auftakt der Qualifikationsrunde Angst und Schrecken im Tivoli verbreitet hatte, war der wuchtige Jamaikaner Cory Burke. Überfordert wirkte damals auch Bruno Soares. Trotzdem hoffen die Wattener heute auf einen Einsatz des zuletzt verletzten und körperlich so starken Brasilianers. „Das wär’ schon gut.“ Vor allem weil David Gugganig gesperrt ausfällt und Ione Cabrera bei seinem zehnminütigen Comeback gegen die Austria noch nicht ganz auf der Höhe wirkte. „Das hat mich noch ein bisschen an Altherrenfußball erinnert, wir können den Ione nicht schon wieder verheizen.“ Im schlimmsten Fall würde wohl Svoboda neben Hager oder Neurauter in die Innenverteidigung rücken. Fraglich ist der angeschlagene Fabian Koch. Definitiv zurück in die Start­elf kehrt der zuletzt gesperrte Kelvin Yeboah. Das heutige Match in der NV-Arena stellt für die WSG ein klassisches „Sechs-Punkte-Spiel“ dar. Auch Trainer Silberberger erkennt „ein wichtiges Match“, von vorentscheidendem Charakter will er aber nicht sprechen: „Wir dürfen nicht unser ganzes Pulver verschießen.“

Die Tiroler Wettfreunde glauben übrigens an die WSG. Laut tipp3 setzen 68 Prozent auf einen Wattener Sieg. Gelingt das, dann werden auch die Tiroler so zufrieden sein wie Silberbergers Arzt.

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