Hausbesetzung in Innsbruck: Politik will auf den „Aufschrei“ reagieren

Ein kleines Haus in Innsbruck wurde besetzt.
© Fankhauser

Innsbruck – Es ist ruhig geworden um die Hausbesetzer in der Kapuzinergasse 14. Wie berichtet, sind die rund 30 Personen in der Nacht auf Sonntag sang- und klanglos wieder abgezogen. Aber das Thema Leerstand und zu hohe Mieten bleibt.

In einem Punkt ist sich die Politik einig: Eine Hausbesetzung ist nicht die Lösung der Probleme. Ob die Aktion die Politiker wachrüttelt und endlich Schwung in die Problematik bringt, bleibt abzuwarten. „Man kann es sich leichtmachen und Menschen, die Häuser besetzen, schlechtmachen. Die Besetzung der ‚Kapuze‘ am Wochenende hat uns aber deutlich vor Augen geführt: Wenn sich in Sachen leistbares Wohnen und der Leerstandsverringerung nicht schleunigst etwas tut, werden sich immer mehr Menschen zur Wehr setzen“, sagt SPÖ-GR Benjamin Plach. Er will sozialen Wohnbau fördern, Kurzzeitvermietungsplattformen bekämpfen und der Immobilienspekulation engere Grenzen aufzeigen.

Die Liste Für Innsbruck eruiert laut Christine Oppitz-Plörer gerade, ob das Haus in der Kapuzinergasse auf der Leerstandskarte von BM Georg Willi eingezeichnet war. Das könnte die Datenschutzdebatte zur Leerstandserhebung erneut anfachen. Von Solidarität gegenüber der Aktion könne sie nicht sprechen. „An uns wurde völliges Unverständnis zu dieser Aktion herangetragen“, sagt Oppitz-Plörer.

Für VBM Johannes Anzengruber (ÖVP) ist die Intention hinter der Besetzung grundsätzlich berechtigt. „Es braucht junges Wohnen, leistbares Wohnen. Aber ich muss auch sagen, dass wir immer bemüht sind, dass jeder ein Dach überm Kopf hat, und sei es durch eine Notschlafstelle“, sagt Anzengruber. Den „Aufschrei der Bevölkerung“ finde er gut. „Wir haben das aber schon vorher wahrgenommen“, sagt er. Laut Anzengruber sei BM Georg Willi nun aufgefordert, die laufenden Projekte schneller umzusetzen und voranzutreiben.

Bürgermeister Willi (Grüne) war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Auch die Hausbesetzer reagierten nicht auf die TT-Anfragen. (emf)


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