Nach Corona-Krise: Sommerschule soll in Tirol extra kommen

Land plant zusätzliche Lern- und Freizeit- betreuung für bis zu vier Wochen an Ganztagesschulen. Bedarfserhebung und Organisation stößt NEOS sauer auf.

Wenn in Tirol ab 11. Juli der Ferienstart anbricht, könnte so manche Ganztagesschule nahtlos in die Sommerschule übergehen.
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Innsbruck – Die Sommerschule des Bundes ist das eine. Diese findet in den letzten beiden Augustwochen statt und richtet sich an außerordentliche oder Risikoschüler, um ihre durch den Corona-Lockdown aufgerissenen Deutsch-Fehlkenntnisse auszubessern. Wie berichtet, könnten in Tirol rund 2200 Kinder dieses Angebot wahrnehmen.

Das andere nennt sich „Sommerschulwochen“ und ist von der Landesregierung in Vorbereitung. Wie jetzt bekannt wurde, plant das Land bereits mit 13. Juli für die ersten zwei bis maximal vier Wochen nach Ferienbeginn ein Lern- und Freizeitprogramm an den Tiroler Ganztagesschulen der 1. bis 8. Schulstufe (Montag–Donnerstag 8–16 Uhr; Freitag 8–12 Uhr). Begründet wird dies damit, dass ein erhöhter Betreuungsbedarf in den Sommerferien aufgrund der Corona-Krise zu erwarten ist.

Dem Land pressiert’s: Erst am 19. Juni ging ein detailliertes Info-Schreiben an die Schulleitungen. Darin werden sie aufgefordert, den Bedarf für die Sommerschulwochen bis 29. Juni zu erheben. Pro Standort müssen mindestens sieben Anmeldungen vorhanden sein, damit das Angebot zustande kommt. Zudem wird abgefragt, wie groß das Interesse des Lehrkörpers ist, daran teilzunehmen (Lernbetreuung 10 Stunden/Woche; Freizeitbetreuung 18 Stunden/Woche). Beschäftigt würden die Lehrer in dieser Zeit über die GemNova. Die Sommerschulwochen sollen – bis auf das Mittagessen (5 €/Tag) – für die Eltern kostenlos sein. Zur Finanzierung stehen Mittel des Bundes sowie des Landes bereit. Für räumliche Adaptierungen stellt das Land einen Infrastrukturbeitrag von bis zu 2000 € bereit.

Harsche Kritik erntet dieser Vorstoß von NEOS-Klubobmann Dominik Oberhofer. Dieser „Tiroler Weg“ basiere auf einem „Schnell-schnell“-Verfahren, dem es aber an Treffsicherheit mangle. NEOS hätten bereits im April entsprechende Vorschläge gemacht. Gerade die nun vom Land eilig vorgenommene Organisation würde bei Eltern wie Schulleitungen für Verunsicherung sorgen. Der Ansatz sei zwar ein guter, so Oberhofer, der aber in Summe nichts anderes als einen „undurchdachten Sommerschulversuch“ ortet. Angebote, wie etwa jenes mit der Stadt Innsbruck, seien nicht abgestimmt worden.


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