„Batman“-Regissuer Joel Schumacher mit 80 Jahren gestorben

Der amerikanische Regisseur und Drehbuchautor Joel Schumacher, der unter anderem durch „Batman“-Filme und Thriller bekannt wurde, ist tot. Er starb am Montag in New York nach einem einjährigen Kampf gegen Krebs, wie sein Sprecherteam der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Schumacher wurde 80 Jahre alt. Viele Stars, die er vor die Kamera geholt hatte, würdigten Schumachers Lebenswerk.

Seine Filmkarriere hatte Schumacher als Kostümbildner begonnen. Unter anderem stattete er Woody Allens Filme „Sleeper“ (Der Schläfer/1973) und „Innenleben“ (1978) aus. Doch schon als Kind habe er den Wunsch gehabt, Regie zu führen, erzählte Schumacher im „Vice“-Interview. Er sei neben einem Kino aufgewachsen und habe Filme gesehen, bevor Fernsehen populär wurde. „Ich liebte Filme und wollte selber Geschichten erzählen.“

„Was für ein Verlust“, schrieb Oscar-Preisträger Michael Douglas auf Instagram. Schumacher sei „so talentiert und mitfühlend“ gewesen. Ihre Zusammenarbeit an „Falling Down“ zähle mit zu seinen besten Karriereerfahrungen. In dem düsteren Thriller-Drama spielte Douglas 1993 einen Amokläufer in Los Angeles.

„Batman Forever“-Star Jim Carrey würdigte das „wunderbar kreative und heldenhafte“ Leben des Regisseurs. Schumacher habe „tiefere Dinge“ in ihm gesehen, als die meisten Menschen. Er sei dankbar für seine Freundschaft. Carrey spielte den überdrehten Riddler in der schrillen „Batman“-Verfilmung mit Val Kilmer in der Hauptrolle.

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Für sein frühes Regieprojekt „St. Elmo‘s Fire - Die Leidenschaft brennt tief“ (1985) holte Schumacher Jungstars wie Rob Lowe, Judd Nelson, Emilio Estevez und Demi Moore vor die Kamera. Der Streifen drehte sich um Drogen- und Liebesprobleme rebellischer Teenager. Der Regisseur bekannte sich damals offen zu seiner früheren Drogen- und Alkoholsucht.

„Er war urkomisch und hatte einen außergewöhnlichen Geschmack“, erinnerte sich Lowe in einer Würdigung bei „Variety“. Statt ihm die Rolle des Yuppies zu geben, habe Schumacher ihn den ‚Bad Boy‘ spielen lassen. „Er war ein herausragendes Original. Ich werde ihn nie vergessen“, sagte Lowe.

Er war ein kreativer, intensiver und leidenschaftlicher Regisseur, erklärte Emmy Rossum. Sie habe weinen müssen, als sie von seinem Tod erfuhr, trauerte die Schauspielerin, die in Schumachers Musical-Verfilmung „Das Phantom der Oper“ (2004) mit 17 Jahren die weibliche Hauptrolle spielte.

Kiefer Sutherland, der mit Schumacher vier Filme drehte, darunter „Flatliners“ und die Krimis „Die Jury“ und „Nicht Auflegen!“, trauerte um einen „besten Freund“ und Partner im Filmgeschäft. „Sein Einfluss auf moderne Kultur und Film wird für immer fortbestehen“, schrieb Sutherland auf Twitter.

Auch Nicolas Cage, der für Schumacher in dem düsteren Drama „8MM“ als Detektiv in die Unterwelt des Pornogeschäfts abtauchte, würdigte sein Werk. Mit Cage und Nicole Kidman drehte der Regisseur 2011 auch seinen letzten Spielfilm, das Verbrecherdrama „Trespass - Auf Leben und Tod“.

In Schumachers langer Karriere gab es einen prominenten Flop. Trotz Star-Besetzung um George Clooney, Arnold Schwarzenegger und Uma Thurman wurde „Batman & Robin“ (1997) von Fans und Kritikern gleichermaßen zerrissen. Die schräge Comic-Verfilmung holte elf Nominierungen für den Spottpreis „Goldene Himbeere“.

Über Niederlagen spricht man in Hollywood ungern, doch Schumacher gab es 2017 zum 20. Jahrestag der Comicverfilmung im Interview mit „Vice“ unumwunden zu. „Ich möchte mich bei jedem Fan entschuldigen, der enttäuscht wurde, denn ich denke, das bin ich ihnen schuldig“, sagte der Regisseur. „Es wird auf meinem Grabstein stehen, das weiß ich“, scherzte er damals.

Auch im hohen Alter mischte Schumacher in der Filmszene noch mit. Beim Cinepocalypse-Filmfestival 2019 in Chicago war der Regisseur Vorsitzender der Jury. Eine Woche lang drehte sich alles um Horror, Action und Science-Fiction. Mit „Falling Down“ und „Flatliners“ zollte das Festival dem Filmemacher Tribut.


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