Tiroler Sängerin Pia Basey: „Ich mag das richtig Laute ja so“

Als Pia Basey will Pia Unterlechner endlich solo durchstarten. Mit „Freex“ legt die Tirolerin jetzt ihr Debütalbum vor.

Nicht mehr nur Sängerin einer Band, sondern Solokünstlerin: Pia Basey startet mit dem Album „Freex“ ihre Solokarriere.
© LizAw

Von Barbara Unterthurner

Innsbruck – Von der Frontfrau zur erfolgreichen Solokünstlerin wechseln, das ist der große Traum der Tiroler Musikerin Pia Unterlechner. Nach Stationen in mehreren Tiroler Bands (zuletzt Blitz Pop und Giant Anteater) hat sich die 30-jährige Zillertalerin mit ihrem am vergangenen Freitag erschienenen Album „Freex“ diesen Traum erfüllt. Als Pia Basey tritt sie erstmals allein ins Rampenlicht.

„Eine aufregende Zeit“, wie die Wahlinnsbruckerin im TT-Gespräch erzählt. Unterstützung bei ihren Soloplänen bekam sie von Mother’s-Cake-Frontman Yves Krismer, der ihr als Produzent für „Freex“ zur Seite stand. Aus den letzten beiden Jahren stammen die neun Songs der Platte, die komplett in Eigenproduktion entstanden ist, inzwischen ist Basey damit beim Wiener Indielabel Panta R&E gesignt.

Entwickelt wurde der neue Sound von Pia Basey rein akustisch, ganz klassisch am Klavier und Gitarre, erzählt die Sängerin. Was da im (Heim-)Studio schlussendlich herauskam, ist aber vielmehr als Gitarrenmusik: Hier mischt sich düsterer Bombastsound mit elektronischen Elementen.

Man nehme etwa den Opener „Guilty“, der zum trickreichen Percussionspart einen deftigen Beat und atmosphärische Elektro-Streicher packt. Ihrem Vorbild, dem südafrikanischen Rap-Rave-Duo Die Antwoord, kommt Basey mit ihren dahingerotzten Lyrics schon sehr nahe. Gleiches gilt für „Love Destruction“, das neben musikalischen Einsprenklern einer Sitar voll auf das (mit Effekten bereicherte) kräftige Timbre der Sängerin setzt.

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Von Rockelementen wimmelt es auf „Freex“ trotz der elektronischen Ausrichtung überall. Der Einfluss von Mother’s-Cake-Mastermind Krismer ist da (man nehme „Flow“) schwer überhörbar: Die Rhythmen überschlagen sich, der Sound will möglichst wandlungsfähig bleiben. Was bei „Rockstarrr“ oder dem titelgebenden „Freex“ noch relativ frisch herüberkommt, gerät bei „Bring Me to Hell“ oder „Mirror Mirror“ aber zum verkomplizierten Post-Punk-Musical.

Am Schluss dann „Broke­n Nest“ – eine schmalzige Piano-­Ballade, die Baseys Stimme erstmals Stimme sein lässt. Und die hat, das wird hier erstmals klar, was von Soul. Basey dürfte sich damit auch in ruhigeren Gefilden, etwa jenen von Künstlerkollegin Lylit, wohlfühlen.

„Ich mag das richtig Laute ja so“, entgegnet Pia Basey. Rage Against The Machine und M.I.A. sind der Musikerin näher als souliger Pop. Das will die bühnenerfahrene Tirolerin schnellstmöglich auch live beweisen – sobald die Bühnen wieder bespielbar sind. Mit Produzent Krismer im Schlepptau geht es bis dahin auf eine DIY-Tour durch Europa, wofür derzeit ein Bus zur mobilen Bühne umgebaut wird. „Corona zwingt uns, kreativer zu werden“, erklärt die Musikerin. Danach – wenn auch nicht ganz so laut – will Unterlechner sich als Pia Basey auch in Tirol vorstellen.

Alternative Pia Basey: Freex. Panta R&E.


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