Lage in Tirols Schulen: Wenige Schüler krank, viele Lehrer über 60 im Dienst

Tirols Schulen sind „ausreichend“ mit Händedesinfektion versorgt. Rund 600 Schüler blieben dem Unterricht mit einer Corona-Entschuldigung fern.

Von einer Corona-Entschuldigung machen weiterhin sehr wenige Gebrauc­h. Die allermeisten Schüler gehen in die Klassen.
© Foto Rudy De Moor

Von Marco Witting

Innsbruck – Das Schuljahr 2019/20 ist auf den letzten Metern – und alle hecheln der Ziellinie entgegen. Es waren intensive Monate für Schüler, Eltern und Lehrer. Eine Zeit, die vom Heimunterricht und sich ständig ändernden Voraussetzungen für alle Beteiligten geprägt war. Und wenn vielleicht da und dort die Motivation etwas niedrig sein mag, die Anwesenheit in den Tiroler Schulen ist nach wie vor sehr hoch. So wie auch die Versorgun­g mit Hygiene­artikeln.

Das zeigt zumindest eine Aufstellung der Bildungsdirektion – und die bezieht sich auf den Stichtag am 10. Juni. 81.376 Kinder und Jugendliche von der Volksschule bis zur Oberstufe waren in Tirol im Schulbetrieb, der sich ja nach wie vor in zwei Schichten aufteilt. Von den knapp 40.000 Kindern im Präsenzunterricht waren 900 krank – allerdings war darunter kein Corona-Fall. Zwei Schüler waren an besagtem Tag in Quarantäne, 170 Schüler gehören einer Risikogruppe an und waren dadurch im Fernunterricht. Die Möglichkeit der Corona-Entschuldigung, also des erlaubten Fernbleibens vom Präsenzunterricht, nutzten die Eltern von 603 Kindern. 761 Schüler waren nicht entschuldigt. Wobei die Bildungsdirektio­n hier anfügt, dass solche Entschuldigungen auch nachher eingelangt sein könnten.

Voll im Einsatz waren die Lehrer (insgesamt 10.731). Am Stichtag selbst war ein Prozent der Lehrer krank gemeldet. 61 Pädagogen gehören zur Risikogruppe und waren freigestellt. Sie wurden und werden für die Betreuung von Schülern im Distance Learning eingesetzt. Demgegenüber stehen die Zahlen jener Kinder, die in den Schulen betreut werden. In der letzten Maiwoche waren das im Schnitt täglich 2170 Kinder und Jugendliche.

In Tirol unterrichteten deutlich mehr Lehrpersonen über 60 Jahre an den Schulstandorten als im Österreich­schnitt: Bundesweit waren 79,8 Prozent aller Lehrpersonen über 60 Jahre. Die Bildungs­direktion Tirol freute sich über 91,3 Prozent Anwesenheit der Pädagogen aus dieser Altersklasse.

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Eine Umfrage aus den Schulen zeigt auch, dass genügend Händedesinfektion zur Verfügung steht. „Es freut mich sehr, dass sich diese sorgfältige Vorbereitung auch in den österreichweiten Zahlen wider­spiegelt,“ sagt Bildungslandesrätin Beate Palfrader in einer Aussendung.

Viele Virologen blicken bereits in den Herbst, wenn sich das Leben wieder stärker in die geschlossenen Räume verlagert – und gleichzeitig die saisonalen Atemwegsinfektionen ihr jährliches Comeback geben. Hier würden sich dann zusätzliche Fragen zum Umgang mit Covid-19-Verdachtsfällen etwa unter Schülern stellen, speziell wenn diese aufgrund mitunter sehr ähnlicher Symptome schwer zu unterscheiden sind. „Das sind große Herausforderungen, auch diagnostisch“, sagt­e die Virologin Elisabeth Puch­hammer-Stöckl von der Medizin-­Universität Wien.


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