Tiroler Seniorenbund pocht auf Maßnahmen gegen den Wolf und Bär

Der Tiroler Seniorenbund sieht dringenden Handlungsbedarf zum Schutz des Menschen, der Landwirtschaft und des Tourismus. Der Tierschutzverein pocht auf Herdenschutz.

In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Wolfssichtungen in Tirol zugenommen. Aber auch der Bär lässt sich immer wieder blicken.
© TT/Böhm

Innsbruck – Die Meldungen von Wolfssichtungen und Schafrissen in Tirol sowie Berichte von Bärenattacken wie zuletzt im Trentino sorgen für Verunsicherung. „Dringenden Handlungsbedarf“ etwa ortet die Landesobfrau des Tiroler Seniorenbundes, LR Patrizia Zoller-Frischauf. „Viele Menschen, Senioren, Familien und Landwirte im ganzen Land sind verunsichert. Die Sommerferien stehen vor der Tür und auch der Tiroler Tourismus hofft nach der Corona-Krise auf eine gute Sommersaison“, betont sie.

Zum Glück sei es bisher hierzulande zu keiner unliebsamen Begegnung zwischen Wolf und Mensch gekommen, dennoch steige die Unsicherheit mit jedem neuen Vorfall. „Der Wolf scheut nämlich nicht die Nähe zum Menschen und bewohnten Gebieten, wie Erfahrungen aufzeigen. Wenn es sich dann noch um einen ‚Problemwolf‘ handelt, ist ein rasches Vorgehen wichtig“, betont Zoller-Frischauf. Daher müsse der Wolf unbedingt von der Liste der streng geschützten Tiere in der EU genommen werden. Für die Landesobfrau passt der Wolf nicht zu Tirol, daher müsse es auch möglich sein, ihn zu jagen und damit eine Rudelbildung zu verhindern. „Unsere Familien, Senioren und Gäste sollen sich in unserer schönen Natur nicht ängstigen müssen“, so Zoller-Frischauf. Aber auch für die Landwirte im gesamten Land würden die Wölfe immer mehr zu einem Problem.

Ebenfalls zu Wort hat sich nun der Tierschutzverein für Tirol gemeldet. In einer Aussendung lehnt er das „Ausspielen“ von Tierarten vor dem Hintergrund von Nutzungsinteressen ab. Der Wolf sei grundsätzlich eine heimische Tierart. „Der Tierschutzverein begrüßt deshalb seine Rückkehr durch natürliche Ausbreitung, ist sich aber bewusst, dass diese ein gutes Wolfsmanagement erfordert“, heißt es. Dieses könne nicht vorrangig in Abschüssen bestehen, sondern erfordere Aufklärungsarbeit, Herdenschutzmaßnahmen und die Schaffung bzw. Sicherung großflächiger und durch Korridore verbundener geschützter Wildlebensräume. In diesem Zusammenhang begrüßt der Tierschutzverein die geplante Bereitstellung von Mitteln für den Herdenschutz durch das Land Tirol.

„Dass Herdenschutzmaßnahmen aufwändig sind, steht außer Zweifel. Sie aber abzulehnen und lediglich ein ,wolfsfreies Tirol‘ zu fordern, ist auch angesichts der Unterstützungsangebote des Landes für Schutzmaßnahmen nicht gerechtfertigt“, betont der Tierschutzverein. Herdenschutz einfach abzulehnen bedeutet letztlich, Wolfsrisse in Kauf zu nehmen. (TT)


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