Land sieht sich durch Antikörperstudie in Ischgl bestätigt

Nach der Präsentation der Antikörper-Studie durch die Med-Uni verweist die Behörde auf „richtige Maßnahmen“ in Ischgl.

Die mehrwöchige Vollquarantäne für das Paznaun hat laut der Studie gewirkt und die Infektionszahlen sinken lassen.
© zoom.tirol

Von Marco Witting

Ischgl, Innsbruck –Für die Bild war es die „Hammer-Studie“, für die Studienleiterin eine große „Überraschung“ – und für das Land Tirol eine Bestätigung. 42 Prozent der Ischg­ler wiesen im April Antikörper gegen das Coronavirus auf – 85 Prozent davon merkten davon wenig bis gar nichts. Die Studie der Medizin-Uni Innsbruck schlug europaweit Wellen, weil einerseits die Durchseuchung mit dem Coronavirus so hoch war wie in keinem vergleichbaren Fall. Und weil andererseits Ischgl eben zu einer Art Synonym für das Virus geworden war – inklusive der bekannten und vielseits dokumentierten Vorwürfe.

Das Land Tirol sieht unterdessen in der Antikörper-Studie eine Bestätigung für die gesetzten Maßnahmen. Landesamtsdirektor Herbert Forster, Leiter des Einsatzstabes, erklärt in einer schriftlichen Stellungnahme: „Die am Donnerstag von der Medizinischen Universität Innsbruck vorgestellten Ergebnisse der Antikörper-Studie in Ischgl belegen, dass die von den Behörden gesetzten, sehr strengen Maßnahmen richtig und wichtig waren.“ Das Land sei das erste Bundesland gewesen, das Après-Ski-Lokale behördlich geschlossen und in weiterer Folge die gesamte Wintersaison beendet habe.

Forster weiter: „Die Studie bestätigt auch das Bild aus den durchgeführten Querschnittstestungen von Mitte April, wo bekanntlich ebenso bereits festgestellt wurde, dass rund 20 Prozent der durchgeführten PCR-Testungen in Ischgl positiv waren. Auf Basis dessen wurde damals die Quarantäne für das Paznauntal sowie St. Anton nochmals verlängert.“ Die gesetzten Maßnahem seien der Schlüssel für die positive Entwicklung gewesen.

Die Studie ist allerdings auch zum Schluss gekommen, dass das Virus bereits Ende Februar in Ischgl „gewütet“ hatte. „Unter dem Radar“, wie es von den Medizinern hieß. Der erste gemeldete Fall datiert jedoch vom 7. März, zwei Tage zuvor gab es bekanntlich schon die Warnungen aus Island. Das Après-Ski-Lokal „Kitzloch“ wurde am 7. März vorübergehend und am 9. März endgültig gesperrt. Den Patienten 0 konnten die Wissenschafter der Med-Uni übrigens nicht eruieren. 40 Prozent der Infektionen in Österreich gingen aber auf Ischgl zurück.

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📽 Video | Ischgl-Studie: 42,2 Prozent haben Antikörper


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