Erstes Nasslager Tirols soll Wert des Holzes bewahren

Nach schweren Unwettern liegen in Osttirol ganze Wälder am Boden. Die Stämme werden auf eine Art gelagert, die die Holzqualität erhält.

Das Nasslager entsteht angrenzend an die Iseltaler Waldgenossenschaft in Ainet.
© Land Tirol

Von Catharina Oblasser

Ainet –Bei der Iseltaler Waldgenossenschaft in der Osttiroler Gemeinde Ainet sind die Bagger seit zwei Wochen an der Arbeit. Auf dem angrenzenden Grundstück entsteht ein so genanntes Nasslager für das viele Schadholz, das durch die Unwetter letzten und vorletzten Herbst angefallen ist. Die umgestürzten oder umgeschnittenen Bäume können nicht wie üblich an die Sägeindustrie verkauft werden: So große Mengen werden nicht gebraucht, und das Überangebot hat die Preise enorm gedrückt.

Die Stämme im Wald zu lassen, ist auch keine Lösung. Erstens bedrohen Borkenkäfer und Pilz die Bäume, und zweitens verliert das Holz nach einiger Zeit an Qualität. Es würde schließlich nur noch als Brennholz taugen.

Rund zwei Hektar Fläche umfasst das neue Nasslager, 65.000 Kubikmeter Holz haben Platz. Die Arbeiten laufen seit zwei Wochen.
© Land Tirol

Das neue Nasslager, das gerade in Ainet entsteht, bietet den Waldbesitzern einen Ausweg aus dem Dilemma. Bei dem Projekt arbeiten Land, Gemeinde Ainet und die Waldgenossenschaft Iseltal Hand in Hand. Die Bezeichnung „Nasslager“ kommt daher, dass eine laufende Beregnung des Holzes stattfindet. So bleibt es frisch und erhält sich den wertvollen Status als „schnittfähiges Rundholz“. Um genug Wasser für die Beregnung zu haben, wurden zwei Tiefbrunnen gebaut.

Die Kosten für die Errichtung und den Betrieb des Lagers sind mit 1,2 Millionen Euro veranschlagt, die Finanzierung erfolgt zu 80 Prozent aus öffentlichen Mitteln. „Das nunmehr entstehende Nasslager in Ainet – übrigens das erste in Tirol – ist ein wesentlicher Teil des von der Tiroler Landesregierung geschnürten Forstpakets mit Schwerpunkt Osttirol“, erklärt Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler. Als das Forstpaket des Landes im April präsentiert wurde, war die Rede von einer Fertigstellung des Lagers Ende Mai. Nun heißt es, dass Ende Juli die Einlagerung von Rundholz beginnen könne. 65.000 Kubikmeter haben auf dem zwei Hektar großen Grundstück Platz. Nach Fertigstellung kann die Waldgenossenschaft Iseltal den Waldbesitzern das in Osttirol anfallende Rundholz abnehmen, einlagern und somit den derzeit immens angespannten Absatzmarkt erheblich entlasten.

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Mit dem Projekt in Ainet sammelt die Forstdirektion Tirol neue Erfahrungen. In anderen Bundesländern haben sich solche Lager bereits bewährt, zum Beispiel in Sachsenburg (Kärnten). Auch die Österreichischen Bundesforste betreiben Nasslager, über 20 in ganz Österreich.


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