Hochwasserschutz in Tirol: „Festhalten an falschen Ideen“

Der Strasser Gemeinderat Alfred Enthofer, Obmann vom Hochwasserschutzverein Tirol übt scharfe Kritik an Plänen des Landes.

Vereinsobmann Alfred Enthofer ist ein von den geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen betroffener Landwirt in Strass.
© Dähling

Von Angela Dähling

Strass –Sie fühlen sich zu wenig gehört und falsch verstanden – die Mitglieder des Vereins Hochwasserschutz Tirol. Deren Obmann und Strasser Gemeinderat Alfred Enthofer hat nun seinen Ärger und seine Ansichten in einem Postwurf an die Strasser Bevölkerung kundgetan.

Dem vorausgegangen war ein Artikel des Strasser Bürgermeisters in der Gemeindezeitung. Demnach habe Enthofer zwar kritisiert, dass die Hochwasserberechnungen des Landes nicht stimmten, da alternative Schutzmöglichkeiten nicht eingearbeitet worden seien, er habe aber trotz mehrmaliger Aufforderung keine Unterlagen vorgelegt, die dies belegen würden.

In Enthofers Postwurf, der letzte Woche rausging, bringt er eine Studie von Professor Blöschl neuerlich ins Spiel, wonach alpine Retentionen einen wesentlichen Einfluss auf die Scheitelreduktion am Inn hätten – wenn man Blöschls Parameter berücksichtigen würde. Laut Enthofer seien aber falsche Standorte für eine hochwasserschutzeffiziente alpine Retention gewählt worden und Staumauern zu niedrig angesetzt worden. Das Land würde seit zehn Jahren ein völlig überholtes Schutzprojekt verfolgen und verbissen an einer falschen Idee festhalten, schreibt Enthofer.

Zudem würden sich die Bauern vom Bauernbundobmann und vom Landwirtschaftskammerpräsidenten im Stich gelassen fühlen. Derzeit sind Enthofer und seine Mitstreiter mit Unterschriftensammlungen beschäftigt, die sich gegen LHStv. Josef Geisler richten. Dieser könne nicht mehr mit der uneingeschränkten Unterstützung der Bauernbundmitglieder rechnen. Von „heftigem Widerstand im Unterland gegen das unsinnige Projekt“ und gegen Geisler ist die Rede. In Strass und Schlitters gebe es zusammen bisher knapp 70 Unterzeichner, weitere aus anderen Gemeinden sollen folgen. Enthofer: „Wir wollen die Unterschriftenlisten dem Landeshauptmann übergeben.“

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