Im Angesicht der Zugspitze

Eine Begegnung mit Daniel kann man im Außerfern haben. Von Lermoos aus geht es auf die 2340-Meter-Erhebung, nicht nur wegen der Zugspitze gegenüber eine schöne Tour.

Vom Gipfel des Daniel aus kann man u. a. auf die Zugspitze sehen.
© Rapp

Von Irene Rapp

Lermoos – Manchmal kann man über Bergnamen in Tirol nur lachen: Unlängst etwa führte der TT-Tourentipp auf den Hahnkampl im Karwendel, diesmal ging es auf den Daniel oberhalb von Lermoos. Dabei handelt es sich um die höchste Erhebung der Ammergauer Alpen und das Interessante dabei ist, dass der Daniel mit der Upsspitze einen Doppelgipfel bildet. Auf beide ging es vergangene Woche im Rahmen einer Rundwanderung. Die Voraussetzungen dafür: Gute Kondition, denn die Tour ist recht lang, sowie absolute Trittsicherheit vor allem auf der Verbindung zwischen den beiden höchsten Punkten.

So kommt man hin: nach Lermoos und dort im Bereich des Bahnhofs bzw. auch der Feuerwehr das Auto abstellen (hier gibt es einige kostenlose Abstellplätze). Hat man das Auto bei der Feuerwehr geparkt, steuert man das etwas oberhalb gelegene Panoramabad Lermoos an (dazu vom Feuerwehrhaus wieder einige Meter Richtung Ortseingang zurück und die wenigen Meter zum Schwimmbad hinauf).

Zunächst geht es hinauf zur Tuftlalm.
© Rapp

Ein kleiner Steig führt links an der Anlage mit den vielen Becken hinauf und recht schnell in den Wald hinein. An einer Baustelle der Wildbach- und Lawinenverbauung vorbei und bei einer Wegteilung (Wegweiser Tuftlalm) hält man sich rechts. Zur Tuftlalm geht es übrigens entweder auf der Forststraße hinauf (darf mit dem Mountainbike befahren werden, die Strecke ist rund 6 Kilometer lang) oder man nützt die Abkürzungen durch den Wald (zum Teil steil).

Wenn man die rund 500 Höhenmeter zur Alm auf 1496 Metern bewältigt hat, sollte man kurz zu einer Aussichtsplattform gehen und von dort aus die Rundumblicke genießen. Diese wurde 2013 errichtet und da mitten auf der Plattform eine Holzliege platziert ist, könnten es sich einige wohl gleich hier bequem machen. Weiter geht es, indem man die Alm hinter sich lässt und die darüberliegende St-Leonhard-Kapelle ansteuert. An der rechts vorbei und auf einem Steig hinein in den Wald. Recht steil geht es so ziemlich lange hinauf, langsam weichen die Bäume den Latschen. Das Ziel ist jedenfalls schon gut sichtbar: links die Upsspitze, rechts der Daniel und dazwischen ein großes Kar. Man hält sich immer links und steigt nun entlang eines zunächst noch grünen Rückens weiter auf. An heißen Tagen könnte der südseitig ausgerichtete Aufstieg möglicherweise ins Schwitzen bringen. Unter den Wänden der Upsspitze entlang geht es dann hinauf auf die Verbindung zwischen den beiden Bergen und erstmals kann man auch den Blick nach Norden ins Alpenvorland ­genießen.

Eine Aussichtsplattform ermöglicht tolle Blicke in den Ehrwalder Talkessel.
© Rapp

Nun hält man sich rechts und steuert zunächst den Daniel mit dem schönen Gipfelkreuz an (letzte Woche fehlte dort leider ein Gipfelbuch, die Gipfelstürmer verewigten sich auf gelben Post-its). Auf den letzten Metern heißt es noch gut aufpassen, ab und zu wird man vielleicht mit den Händen ein wenig nachhelfen. Wenn man dann auf dem Gipfel steht, kann man die tolle Aussicht genießen – vor allem auf die Zugspitze gegenüber (mit 2962 Metern höchster Berg Deutschlands) und den Ehrwalder Talkessel.

Immer wieder interessant aber auch der Blick nach Norden nach Bayern, wenn die Berge auf einmal aufhören und das Alpenvorland beginnt. Auch der Daniel kann mit zwei unterschiedlichen Seiten aufwarten: Die Südwand gibt sich schrofig, die Nordwand hingegen bricht steil rund 200 Meter ab.

Daniel (im Bild rechts) und Upsspitze (links) sind schon von Weitem sichtbar
© Rapp

Zurück geht es dann kurz auf demselben Weg, allerdings biegen wir nicht mehr auf den Rücken hinunter ab, sondern halten uns geradeaus Richtung Upsspitze (2332 m). Hier gibt es kein Gipfelkreuz, braucht es auch nicht. In südwestlicher Richtung geht es dann vom höchsten Punkt kurz steil bergab und wenn man auf die erste ebene, grüne Fläche kommt, darf man linkerhand einen Steig nicht übersehen. Der führt nämlich in einem weiten Bogen wieder zur Tuftlalm zurück (wenige Meter unter der ebenen Fläche findet sich ein altes Hinweisschild „Duftlalm“ – diesmal mit „D“ geschrieben).

Apropos Tuftlalm: Diese wird heuer bereits den 12. Sommer von Klaus Mairoser aus Nasserreith bewirtschaftet. An die 28 Melkkühe wollen versorgt werden, „aus der Milch produzieren wir Butter, Graukäse und Schnittkäse, alles kann direkt auf der Alm genossen werden“ erzählt er.

Mairoser weiß auch, woher der Name der Alm kommt – und zwar vom Kalktuff, welcher in der Umgebung vorkommt. Dabei handelt es sich um ein poröses Gestein.

Zurück zur Tour: Von der Upsspitze geht es nun in vielen Kehren hinab – Konzentration ist angesagt, da der Steig ein wenig geröllig ist. Letzte Woche war noch ein einziges Schneefeld zu queren (unkompliziert), durch die Latschen geht es dann hinunter zum Grünen Ups, hier steht ein Holzkreuz.

An diesem geht man vorbei und biegt in einen Steig ab, der wieder in den Wald führt. Nun immer hinab und wenn man auf einen Forstweg kommt, hält man sich links. In wenigen Minuten ist dann die Tuftlalm erreicht und von dort geht es auf bekanntem Weg wieder ins Tal zurück.

Tourentipp online

Den Track für die Tour finden Sie hier.


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