Kirchberg muss für Projekte deutlich tiefer in die Tasche greifen

Die Sanierung der Tiefgarage und der Neubau des Musikhauses kommen die Brixentaler Gemeinde deutlich teurer als ursprünglich geplant.

Noch wird fleißig an der Tiefgarage und dem Musikhaus gearbeitet. Für die Gemeinde wird das Bauwerk nun deutlich teurer.
© Angerer Harald

Von Harald Angerer

Kirchberg i. T. – Es ist kompliziert – so lässt sich wohl die Sanierung der Tiefgarage in Kirchberg zusammenfassen. Schon der Start war holprig und wurde um ein Jahr verschoben. Im Vorjahr war es aber dann so weit und die Bauarbeiten haben begonnen. Doch die verliefen auch nicht ganz nach Wunsch, denn die Tiefgarage hatte einige Überraschungen parat.

Im Zuge der Tiefgaragensanierung wurde auch ein neues Musikhaus auf der Tiefgarage gebaut. Ursprünglich geplant waren eine Million Euro für die Sanierung der Garage und weitere 1,5 Millionen für das Musikhaus mit dem Probelokal für die Musikkapelle. Diese Zahl stimmt aber schon lange nicht mehr. Zuerst wurden die Kosten für die Tiefgarage im Vorjahr auf 1,8 Millionen Euro erhöht. Im Mai letzten Jahres lag man dann schon bei 3,5 Millionen Euro für das Gesamtprojekt.

Inzwischen sind die Kosten aber weiter gestiegen und bei einer eigens zu dem Bauvorhaben einberufenen Gemeinderatssitzung wurden nun weitere 79.000 Euro nachgeschossen. Damit liege man nun bei Gesamtkosten von 3,98 Millionen Euro. Der Grund für die Kostensteigerung liege in der Statik der Tiefgarage. „Leider hat der Statiker erst nach Abtragen der Deckschicht festgestellt, dass wir mit der Statik ein Problem haben. Hier mussten wir nachbessern, um nicht gleich wieder eine Sanierung durchführen zu müssen“, schildert Bürgermeister Helmut Berger (SPÖ) auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung. Dazu seien noch weitere Kleinigkeiten gekommen, die über die Dauer dazugekommen sind, wie ein zusätzlicher Serverraum usw. Es sei ein altes Gebäude, hier wäre bei einer Sanierung immer mit Überraschungen zu rechnen. Dass man vorher zu optimistisch budgetiert hätte, verneint der Bürgermeister. „Wenn wir das vorher gewusst hätten, dann hätten wir es anders budgetiert. Gemacht hätten wir es trotzdem, denn ein Neubau würde zwölf Millionen Euro kosten und das stand nie zur Diskussion“, betont Berger.

Ob man die Gestaltung des Vorplatzes in der Planung vergessen habe, wollte bei der Sitzung ein Gemeinderat wissen und GR Josef Höller (Unser Kirchberg) stieß in dasselbe Horn: „Verwunderlich, dass man erst zum Schluss draufkommt, dass man auch einen Vorplatz braucht.“ Nein, man habe diesen Umstand nicht vergessen, betont Berger in der Sitzung. Es wäre ursprünglich gedacht gewesen, die bestehenden Steine wiederzuverwenden. Das sei aber nicht möglich. Auch habe man sich nun entschieden, den gesamten Platz barrierefrei zu gestalten. Hier seien Anpassungen nötig gewesen, deshalb jetzt noch einmal die zusätzlichen Mehrkosten. Verwundert über die Pläne zeigte sich bei der Sitzung der Obmann des Bauausschusses Hubert Moser (Dei Hoamat Tourismus - Wirtschaft - Umwelt), er habe diese Pläne noch nicht gesehen.

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Die Fertigstellung des Musikhauses soll noch im Juli erfolgen, die des Vorplatzes dann bis Ende August. Trotz der Kritik im Vorfeld an den massiven Überschreitungen gab es letztlich bei der Abstimmung dann trotzdem einstimmige Zustimmung.


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