Parken, Boote und Co.: Am Möserer See gelten künftig neue Spielregeln

Eine neue Parkzonenverordnung schiebt dem „Wildparken“ einen Riegel vor, wenige legale Plätze verbleiben. Boote, Luftmatratzen, Slacklines & Co. werden verbannt.

Luftmatratzen, Schlauchboote oder Slacklines sind am Möserer See aus Rücksicht auf die sensible Flora und Fauna künftig verboten.
© MG Telfs/Dietrich

Von Michael Domanig

Telfs – Als Naturjuwel, Ausflugsziel und Badesee genießt der malerische Möserer See große Beliebtheit – was besonders an heißen Sommertagen regelmäßig zu chaotischen Szenen durch kreuz und quer parkende Autos führt. In seiner jüngsten Sitzung hat der Telfer Gemeinderat nun zwei Beschlüsse gefasst, die das einzigartige Naherholungsgebiet entlasten und neue „Spielregeln“ etablieren sollen.

Zum einen wurde – mit einer Gegenstimme (Norbert Tanzer/PZT) und einer Enthaltung (Angelika Mader/ÖVP) – die Einführung einer Parkzonenverordnung beschlossen, die ab ca. 10. Juli in Kraft treten wird. Bei starkem Besucherandrang komme es immer wieder zu Problemen, begründet dies BM Christian Härting (Wir für Telfs), selbst Einsatzkräften war die Zufahrt zum See durch parkende Autos mitunter versperrt.

Ein regulärer Parkplatz soll das Parkchaos beenden, für die meisten Gäste wird ein etwas längerer Fußmarsch nötig.
© MG Telfs/Dietrich

Daher wird der Schotterbereich am Beginn des Zufahrtsweges nun in einen regulären gebührenpflichtigen Parkplatz umgewandelt (Tagesgebühr: 5 Euro zwischen 9 und 18 Uhr), der weiter in den Wald hineinführende Weg hingegen mit einem Schranken gesperrt. Die genaue Ausgestaltung des Parkplatzes erfolgt noch, laut Härting dürften jedenfalls nur noch ca. 15 Parkplätze verbleiben.

Ersatz für die „wilden“ Abstellflächen im Wald sollen die kostenlosen Parkplätze bei der Seewaldalm sowie beim Mehrzweckhaus in der Ortschaft Mösern bieten. Die meisten Gäste werden den Seebesuch künftig also mit einem kleinen Spaziergang bzw. einer kurzen Wanderung verbinden müssen. Die Polizei hat für Kontrollen (und Strafen) nun eine saubere rechtliche Handhabe, die Marktgemeinde wird die Parkzonenverordnung aber auch selbst per Securitydienst kontrollieren.

Blässhuhn am Möserer See.
© MG Telfs/Dietrich

Zudem beschloss der Gemeinderat (mit Gegenstimmen von GV Mader und GR Tanzer) ein Verbot, den See mit Booten, Flößen, Surfbrettern oder Luftmatratzen zu befahren. Auch Slacklines dürfen in Bälde keine mehr über den See gespannt werden.

Für die Besucher, speziell häufige Seegäste, werde es „sicher eine Umstellung“, die nicht jedem gefallen werde, so Härting. Er gibt aber zu bedenken: Ein See mit sensibler Flora und Fauna (dazu zählt etwa der Europäische Flusskrebs) „muss nicht gleich intensiv genützt werden wie ein Baggersee. Bei einer Übernutzung wäre das natürliche Gleichgewicht gefährdet.“


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