Tirols Musiktheater hat große Preischancen

Das Tiroler Landestheater ist in drei Kategorien für den Österreichischen Musiktheaterpreis nominiert, Produktionen der Festspiele Erl in zwei.

„Die Vögel“ stand im Sommer 2019 auf dem Erler Spielplan.
© Bender

Wien, Innsbruck – Im Vorjahr wurden die Österreichischen Musiktheaterpreise für herausragende Leistungen in den Sparten Oper, Operette, Musical und Tanztheater in Innsbruck vergeben. Heuer findet die Preisverleihung – im Corona-bedingt kleineren Rahmen – am 6. August in Salzburg statt. Gewürdigt werden Produktionen der Spielzeiten 2018/19.

Das Tiroler Landestheater kann sich in drei Kategorien Hoffnungen auf einen Preis machen. Intendant Johannes Reitmeier ist für seine österreichische Erstinszenierung von Johanna Doderers Oper „Lilio­m“ in der Kategorie „Beste Regie“ nominiert. Er konkurriert mit Mariame Clément, die bei den Bregenzer Festspielen Massenets „Don Quichotte“ in Szene setze, und Holger Müller Brandes, der in Graz „König Roger“ von Karol Szymanowsk­i auf die Bühne brachte.

„Liliom“ könnte zudem für die beste Ausstattung ausgezeichnet werden. Auch hier kommt die Konkurrenz aus Graz („Polnische Hochzeit“) und Bregenz („Eugen Onegi­n“). Der dritte Innsbrucker Preiskandidat ist Daniel Lui­s de Vincente. Der spanische Bariton gab den Albiani in „Simon Boccanegra“ – und ist in der Kategorie „Beste männliche Nebenrolle“ nominiert.

„Liliom“ am Landestheater ist in zwei Kategorien nominiert.
© TLT/Larl

Zwei Nominierungen heimsten die Tiroler Festspiele Erl ein: Lothar Zagrosek hat als musikalischer Leiter von Walter Braunfels’ „Die Vögel“ Chancen auf eine Auszeichnung. „Stillhang“, die erste große Oper der 25-jährigen Tiroler Komponisten Christian Spitzenstaetter, rittert mit „Die Wand“ und „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ (beide Landestheater Linz) und „Sandmann“ (Oper Graz) um den heuer erstmals vergebenen Preis als herausragende Ur- oder Erstaufführung. Ein weiteres Novum: Mit dem Musical „Sunset Boulevard“ ist in diesem Jahr auch eine Produktion der Vereinigten Bühnen Bozen für den Musiktheaterpreis nominiert. Starker Tirol-Bezug findet sich auch bei Georg Friedrich Haas’ Oper „Koma“, deren „definitive Fassung“ 2019 am Stadttheater Klagenfurt uraufgeführt wurde – und die nun als beste Opern-Gesamtproduktion nominiert ist. Das Libretto stammt vom Tiroler Autor Händl Klaus. „Kom­a“ konkurriert mit dem Grazer „König Roger“, dem „Don Quichotte“ aus Bregenz und der Linzer Neuproduktion von „Tristan und Isolde“ um die Auszeichnung.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaper

Ein Preisträger steht bereits fest: Das Linzer Bruckner Orchester wird zum Orchester des Jahres gekürt. Vergeben werden die Preise in 15 Kategorien. Mit neun Nominierungen ist die Oper Graz das meist­nominierte Haus. (TT)


Kommentieren


Schlagworte