Das Warten hat ein Ende: Heute geht der Sport auf Tuchfühlung

Tirols Sportverbände atmen auf – branchenübergreifend dürfen sich ab heute alle wieder näherkommen. Der Judo-Nationalkader trifft bereits zusammen, die Ringer und Boxer lassen sich indes noch etwas Zeit.

Für die Tiroler Judo-Kämpferin Bernadette Graf (blau) beginnt heute ein zwölftägiges Trainingslager mit dem Nationalteam in Mittersill.
© gepa

Von Florian Madl und Benjamin Kiechl

Innsbruck – „Ab heute gibt es kein Halten mehr“, meinte Arno Bucher, Vizepräsident des Tiroler Fußballverbands, zur Öffnung für den Trainings- und Spielbetrieb mit 1. Juli (siehe dazu auch Seite 3). Bereits ab 18. Juli geht man mit der Cup-Vorrunde in den sportlichen Alltag über, doch Bucher mahnt nachdrücklich zur Besonnenheit: „Es gibt nach wie vor Auflagen, etwa im Kabinenbereich. Die Sorge vor einer zweiten Welle ist da, deshalb müssen wir der Öffnung mit der gebotenen Vorsicht begegnen.“

Die Freude über die neuen Verhaltensregeln für die 2200 österreichischen Fußballvereine zieht sich übrigens bis in die Nachwuchsklassen durch.

American Football: Wieder eine Kontaktsportart, die sich durch die Errichtung des neuen Leistungszentrums in Innsbruck einen Schub nach vorne erwartet. Raiders-Managerin Claudia Nuener begegnet der Öffnung mit Zuversicht: „Die Freude in all unseren Teams ist riesengroß. Unsere Kampfmannschaft und alle Nachwuchsteams sind höchst motiviert, gleichzeitig herrscht aber noch eine vorsichtige Euphorie.“ Man hoffe, dass die Normalität zurückkehre und heuer noch Wettkämpfe stattfinden könnten.

Auch die Swarco Raiders können aufatmen.
© Böhm Thomas

Handball: Nach über drei Monaten Zwangspause setzt man bei Handball Tirol auf einen „dosierten Einstieg“ mit Kraft- und Ausdauertraining. „Wir werden uns vorsichtig herantasten, um Verletzungen zu vermeiden. Im August sind die ersten Testspiele geplant“, skizzierte der sportliche Leiter Thomas Lintner. Die Schwazer Osthalle steht aufgrund von Umbauarbeiten ab Mitte Juli zur Verfügung. Bis zum Liga-Start, voraussichtlich am ersten September-Wochenende, bleibe jedoch genügend Vorbereitungszeit.

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Die Schwazer Handballer mit Armin Hochleitner setzen auf einen „dosierten Start“.
© gepa

Judo: Ab heute trifft auch das österreichische Judo-Nationalteam zu einem zwölftägigen Trainingslager in Mittersill (Sbg.) zusammen. Bundestrainer Patrick Rusch und Technik-Coach Hitoshi Kubo stehen insgesamt 18 Athleten zur Verfügung, darunter auch die Tirolerin Bernadette Graf (bis 78 kg).

Die Innsbruckerin Kathrin Unterwurzacher und Laurin Böhler fehlen verletzungsbedingt. „Endlich sind wieder Randoris (Übungskämpfe, Anm.) erlaubt, das heißt: Wir können normal trainieren, müssen uns nicht über Abstandsregeln den Kopf zerbrechen. Wir werden schrittweise die Belastung erhöhen“, erklärte Bundestrainer Rusch, der sich freut, dass seine Judoka wieder auf Tuchfühlung gehen dürfen.

Ringen: Doppelter Neustart beim österreichischen Ringsportverband (ÖRV). Neben den Trainings-Erleichterungen tritt auch der Tiroler Benedikt Ernst sein Amt als Sportdirektor und Bundestrainer griechisch-römisch an. „Für uns Inzinger ist das natürlich Gold wert“, freut sich Nationalteam-Ringer Michael Wagner.

Zweikämpfe sind im Nachwuchs- und Breitensport wieder erlaubt.
© Thomas Boehm / TT

Gemeinsam mit Aker Al-Obaidi und Daniel Gastl soll es ab Donnerstag in Inzing auf die Matte gehen. Ab 20. Juli ist zudem ein Lehrgang in Steinbrunn (Bgld). geplant. „Ich bin schon wieder heiß aufs Kämpfen“, sagte Polizeisportler Wagner.

Boxen: Beim Tiroler Vorzeigeverein BC Unterberger Wörgl läuft der Trainingsbetrieb bereits seit Mai wieder – allerdings nur sehr eingeschränkt und unter Einhaltung der entsprechenden Hygienemaßnahmen. „Wir haben den Sportplatz zur Verfügung und trainieren viel im Freien. An Sparring-Boxen ist wohl erst im September zu denken“, erzählte der sportliche Leiter des BC Unterberger, Kubat Sulejman. Kommende Woche soll das erste Tiroler Kadertraining in Szene gehen.


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