Ein Micro-Bus-System soll zum Umsteigen animieren

Die Gemeinden St. Johann, Oberndorf und Kirchdorf arbeiten mit TVB und Bergbahn an einem Mobilitätskonzept für Einheimische und Gäste.

Die Gemeinden St. Johann, Oberndorf und Kirchdorf wollen ein Micro-Bus-System ins Leben rufen und dabei auch mit dem VVT zusammenarbeiten.
© Berger

Von Harald Angerer

St. Johann i. T. – „Unser Ziel ist es, dass bis 2030 die Bürger unserer Gemeinden auf das zweite Fahrzeug verzichten“, sagte St. Johanns Bürgermeister Hubert Almberger bei einer Pressekonferenz gestern Vormittag. Dieses Ziel haben sich die Gemeinden St. Johann, Oberndorf und Kirchdorf gesetzt. Gemeinsam mit dem Tourismusverband Kitzbüheler Alpen St. Johann und der Bergbahn St. Johann wollen sie ein Mobilitätskonzept für die Region ausarbeiten. Zur Seite steht ihnen dabei die Regionalentwicklungs-GmbH.

Im Juni wurde das Projekt gestartet und im Herbst wird es eine Befragung unter allen Bürgern und Betrieben der drei Gemeinden geben. Es gelte herauszufiltern, welche Wünsche es gibt. Ziel ist es, ein Micro-Bus-System ins Leben zu rufen. „Ein Takt von einer Stunde ist das Minimalziel, noch besser wäre eine Halbstundentakt“, schildert Fides Laiminger von der Regionalentwicklungs-GmbH.

Es wird immer betont, dass man den öffentlichen Verkehr ausbauen will – dann darf es nicht am Geld scheitern.
Hubert Almberger 
(Bürgermeister St. Johann)

Auch die Bürgermeisterkollegen von Almberger, Hans Schweigkofler (Oberndorf) und Gerhard Obermüller (Kirchdorf), betonten, dass es sich um ein attraktives Angebot handeln soll, welches die Bürger und Gäste auch annehmen. „Die Auslastung wird ein­e ganz entscheidende Komponente sein. Den Menschen muss es wichtig sein, dass es so ein System bei uns gibt“, betont Obermüller. Ein wichtiger Schritt zur Akzeptanz sei die Zusammenarbeit mit dem VVT (Verkehrsverbund Tirol). Es sei das Ziel, dieses regionale Micro-Bus-System in das VVT-Netz einzugliedern. Damit wären auch die VVT-Karten gültig. „Das wird sicher eine Herausforderung“, betont Almberger.

Auch soll das bereits bestehende Skibussystem im Winter mit eingebunden werden, dieses werde schon jetzt sehr gut angenommen. Ein Anliegen des TVB ist es, dass auch exponierte, aber für Gäste interessante Ausflugsziele erreichbar sind. „Hier braucht es ein Zwei-Säulen-Modell. Wir müssen versuchen, auch die blinden Flecken abzudecke­n“, sagt TVB-Obmann Josef Grande­r.

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Dass das Vorhaben einiges kosten wird, ist den Beteiligten klar. Wie viel kann aber erst nach der Bedarfserhebung abgeschätzt werden. Sie hoffen hier auf Hilfe vom Land. „Das Land muss zu seinem Wort stehen. Es wird immer betont, dass man den öffentlichen Verkehr ausbauen will – dann darf es nicht am Geld scheitern“, gibt sich Almberger entschlossen und er betont: „Uns ist es ernst damit.“


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